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Musik
STEFAN IMOBERSTEG
Geschrieben von Matt   
Friday, 04. December 2009
stefan-imobersteg.jpgDer Brotduft steigt STEFAN IMOBERSTEG allmorgendlich in die Nase, wenn er das Fenster öffnet und die Berner-Oberland-Luft schnappt, bevor er sich ans Werk macht. Die Songs klingen wie Countryrock aus Texas. IM­OBERSTEGS Wurzeln sind im Country, Blues und Jazz der US-Südstaaten. Er bereist und interpretiert diese nun auf «Changing Lanes» auf seine Art und Weise. Ein Album, das sehr von den Gegensätzen der genannten Stile lebt, sich nicht anbiedert mit Schmalz. Den Mut, sperrig zu klingen, Kanten einzusetzen, hat er sicher in Zusam­men­arbeit mit seiner Band aus acht Musikern, die ihn neu begleiten, gefunden. Diese Mitmusiker sind auch ein nötiger Schritt, STEFAN IMOBERSTEGs begrenzte Singerqualitäten in Englisch zu überbrücken und den Sound breiter zu machen sowie die Stimmungen besser einzufangen, die die Worte sagen wollen. Der Oberländer ist ein unermüdlicher Livemusiker der kleinen Bühnen, da passt sein «Changing Lanes» perfekt hin, feiert es doch die Einsamkeit und Hoffnungen des Mannes von der Strasse. Die vielen Auftritte haben STEFAN auch eine Fangemeinde beschert, die beachtlich ist für einen stillen Mann aus Frutigen, wo er auch aufgewachsen ist. Dieses Jahr hat er den «Emergenza Contest» gewonnen. Jetzt will es der Mann mit den heimischen Bergen vor Augen und dem Mississippi-Delta im Herzen wissen, mit dem neuen Album, das für einen Berner verdammt amerikanisch klingt.

Album: STEFAN IMOBERSTEG: «Changing Lanes»
www.mx3.ch/artist/stephanimobersteg
 
PHANTOM DER OPER
Geschrieben von Redaktion   
Friday, 04. December 2009
MIT DEBORAH SASSON

phantomderoper_essebild_01.jpg«Das Phantom der Oper» kann mit über 300 Auf­führungen in allen deutschsprachigen Län­dern als eines der erfolgreichsten Tournee-Musicals des deutschen Sprachraums bezeichnet werden. Die Presse überhäuft die Darsteller des Musicals geradezu mit Lob. Und auch jedem Besucher wird schnell klar: Diese Neuins­ze­nierung von DEBORAH SASSON nach dem Romanbestseller von GASTON LEROUX überzeugt.

«Das Phantom der Oper»; Mo 15.2.; Neues Theater Spirgarten, Zürich; Tickets: MANOR, SBB, EVENTIM
 
MATT
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 04. December 2009
EIN ZÄRTLICHER GRÜBLER

matt.jpgZwar sieht MATTHIAS GEISSBÜHLER alias MATT mit seinem dunklen Teint und Haar eher aus wie ein Südländer, doch sollte man ihn in einem Café treffen, wird er sich bernerisch verhalten. Er grübelt gerne über die Welt und die Gesellschaft, die ihm sehr konsumorientiert und gierig vorkommt. Als Schwermütiger schrieb er die Lieder für seinen Zweitling am besten, als es ihm schlecht ging. Doch dieses negative Gefühl hat den postiven Nebeneffekt, dass es zauberhafte Melodien und Gedanken zu­tage gebracht hat über sensible Wesen, die kämpfen in den Widrigkeiten des Alltages. Am Pfingst­wochen­ende wurde das Al­bum live aufgenommen mit ANDREAS ROTHEN­BÜHLER (Schlag­zeug und Perkussion), JEREMIAS SCHULZ (Kon­tra­bass) und SEBASTIAN HIRSING (Or­gel). Das tönt kompakter als beim Debüt. Was geblieben ist, ist der Gesang MATTs zwischen Flüstern und zärtlichen Worten, die sich nicht anschicken, kommerziell zu sein. Gut ist auch, dass die Band, die den Berner auch live auf der kommenden Tour­nee begleitet, sich Raum nimmt für Feinheiten und Inspiration. Das wirkt als Ergänzung zu MATTs Melancholie lebendig und hilft der Platte, sich nach aussen zu öffnen.

MATT, Album: «Schachmatt»
 
NEEDED
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 04. December 2009
DRECKIG SOLL ES KLINGEN

needed.jpgMit NEEDED betritt in Bern eine Band die Bühne, die nur dort gut aufgehoben ist, denn ihr Sound ist trotz der Alterspann­weite von 20 bis 31 Jahren für heute eher selten: Gradliniger, dreckiger, unspektakulärer Gitarrenrock, der live Schweiss und Blut tropfen lässt, aber auf der Platte «We are needed» weniger wirkt. Machen denn ADRIAN MOSER (20, Drums), Sänger MARCO BALZLI (27), Gitarrist JONAS GRIMM (32), Bassist REASE NYDEGGER (19) etwas falsch? Nein, für Rock mit englischen Wurzeln, der viel Männlichkeit und wilde Gefühle ausdrücken soll, von den eigenen Unzulänglichkeiten ablenkt, sind die gitarrenlastigen Songs gut. Nichts ist aber so eigen wie es scheint. Wer sich der Rockhelden der Achtziger erinnert, erkennt jedes Liedmuster schon nach wenigen Takten. Auch ist der Sänger schlicht eine Nummer zu klein, um den einfachen Songs eine gewisse Note mit virtuosem Gesang hinzuzufügen und für Abwechs­lung zu sorgen. So bleibt nur die Dynamik und die Kraft des Rocks, die im Saal helfen kann, im wilden Tanz Aggressionen loszuwerden.

Album, NEEDED: «We are needed»
www.needed.ch
 
UELI SCHMEZER
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 04. December 2009
AUF MATTER FOLGT POPROCK

uelischmezer.jpgWeil MANI MATTER sein Juristenbüro Tür an Tür mit dem von Vater SCHMEZER hatte, kannte ihn UELI von Kindesbeinen an, ging lange nach dessen Tod mit seiner Interpretation fünf Jahre als «MATTER live» auf Tour. Das ist Rekord. Nun ist die Zeit reif für den nächsten Schritt, denn mittlerweile kennt jeder in der Schweiz UELI als «Kassensturz»-Moderator und eben Sänger mit beschränkten Fähigkeiten. Konnte der Produzent ROMAN CAMENZIND aus dem Fa­milien­vater aus Belp einen Mundartrocker machen auf der ersten Soloscheibe «Himu­stärnehimu», die nach UELIs Wunsch richtig laut tönen sollte? Nein, im Sinne, dass auch CAMENZIND UELIs falschen Gesang in hohen Lagen nicht ausbügeln konnte, ja, im Sinne, dass die Scheibe tatsächlich Poprock enthält, abwechslungsreich tönt, gut zwischen lauten und leisen Tönen mit ansprechenden Texten durch die Runden kommt. UELI SCHMEZER ist ein Kopf­mensch und hat ein Sendungsbewusstsein, einen starken Willen und etwas zu sagen. Nun mussdas Publikum entscheiden, ob sie seinen Mund­artrock will, den UELI bereits mit 17 Jahren anfing zu schreiben und ihn nun als Mann in der Lebensmitte auf CD ertönen lässt.

Album, UELI SCHMEZER: «Himustärnehimu»
www.schmezer.ch
 
KRISTEN STEWART UND ROBERT PATTINSON
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Friday, 04. December 2009
TEENY-IDOLE MIT BISS

Teil eins der Vampir-Romanze spielte rund 400 Millionen Dollar ein – jetzt läuft die Fort­setzung bei uns an. Ein Film, der KRISTEN STEWART (19) und Posterboy ROBERT PATTINSON (23) in die Superstar-Liga katapultiert und die zwei zum gröss­ten Liebespaar seit «Titanic» macht.


twilight-montage.jpgNiemand konnte die Dimensionen dieses Hypes erahnen. Als der erste Teil der «Twilight»-Saga im Januar 2009 in die Kinos kam, löste die Teeny-Romanze eine wahre Massenhysterie aus. Die bis dahin wenig bekannten Hauptdarsteller ROBERT PATTINSON («Harry Potter») und KRISTEN STEWART («Into the Wild») können seither keinen Schritt mehr vor die Tür setzen, ohne von Reporterscharen, Fotografen und Fans um­ringt zu werden. Der Kult um die zwei Schau­spieler hat mittlerweile so eine Grös­sen­ordnung erreicht, dass beim zweiten Teil neben den üblichen Premieren­feiern auch spezielle Fanevents organisiert werden mussten. Und die fanden diesmal nicht wie sonst üblich in Kinos, sondern in Sport­stadien statt. Logisch, dass die zwei Hauptdarsteller ihre liebe Mühe mit dem ganzen Rummel haben.
Als dem TREND-MAGAZIN-Repor­ter KIRS­TEN STEWART beim Interview­termin ge­genübersitzt, zittert sie am ganzen Körper. «Viele Jour­na­listen sind so gemein zu mir…», sagt sie erklärend und schaut betreten auf ihre Füsse. Doch nach einer Weile legt sich ihre Anspannung. Die Schau­spielerin taut auf, lächelt sogar und verrät dann: «Ich spüre oft, dass ich gerade den Erwartungen, die amerikanische Journa­listen von einem Jung­star haben, nicht gerecht werde. Ich passe nicht in ihr Bild, ich bin zu ernst. Dabei versuche ich immer, es allen recht zu machen. Und trotzdem werde ich oft dafür kritisiert, dass ich zu nervös oder zu ehrlich bin. Das nervt.»
An die hingebungsvolle Fanverehrung hat sie sich immer noch nicht richtig gewöhnt. «Manche beginnen zu weinen, wenn sie mich sehen. Es ist, als könnten sie nicht glauben, dass diese Figuren, die sie so toll finden, auf einmal Wirklichkeit geworden sind», sagt die Schauspielerin. «Doch bei mir hält sich das alles noch in Grenzen:
Von ROBERT sind die Mädchen regelrecht besessen…» Was er bestätigt. Der Englän­der mit dem Schlaf­zimmerblick und der Wuschelfrisur gilt als ultimatives Teeny-Idol. So einen wie ihn – Vampir hin oder her – wollen Girls als Freund. Weil er in seiner Kinorolle verzaubert. «Ich bekomme viele Biss-Anfragen. Aber ich sage den Mädchen dann immer, dass ich sie aus rechtlichen Gründen nicht beissen kann. Sie sind dann meistens sehr enttäuscht.»
Dass ROBERT PATTINSON als neuer Kino­held gefeiert wird, ist dem Briten etwas unheimlich. Aber es hat auch seine Vorteile. «Ich muss nicht mehr für andere Rollen vorsprechen – sie werden mir direkt angeboten», freut er sich. Ihm und seiner Lein­wand­part­nerin wird nachgesagt, dass es auch privat gefunkt haben soll. Beide quittieren das mit einem «No comment». KRISTEN gibt aber immerhin zu, wie toll es war, ROBERT zu küssen. «Er hat scharfe Zähne», sagt sie lachend. «Es war gut. Mir hat es gefallen.»


«The Twilight Saga: New Moon»; Romantik (Constantin) USA 2009
Kinostart: 26.11.;
www.newmoonthemovie.com

 
THE BOX
Geschrieben von Redaktion   
Friday, 04. December 2009
Thriller; (Ascot Elite) USA 2009
Kinostart: 14.1.


box_day1_00025.jpgDas junge Paar Norma und Arthur erhält eines Tages eine mysteriöse Kiste von einem Fremden. Die Anleitung ist simpel: Wenn sie einen Knopf auf der Box drücken, können sie zu einer grossen Menge Geld kommen, aber töten dadurch irgendwo auf der Welt einen Men­schen. Die beiden haben 24 Stunden Zeit, ihre Entscheidung zu treffen. – Der spannende Thriller von Kultregisseur RICHARD KELLY basiert auf einer Folge der berühmten TV-Serie «Twilight Zone». KELLY zeichnet ebenfalls für den Kultfilm «Donnie Darko» verantwortlich, mit dem er schon einmal sein Gespür für mysteriöse und schräge Storys bewiesen hat. CAMERON DIAZ, um die es in letzter Zeit recht ruhig geworden ist, könnte mit diesem Film ein eindrucksvolles Comeback feiern.

Regie: RICHARD KELLY; Darsteller: CAMERON DIAZ, JAMES MARDSEN, FRANK LANGELLA; thebox-movie.warnerbros.com
 
ZOMBIELAND
Geschrieben von Redaktion   
Friday, 04. December 2009
Horror-Komödie; (Columbia) USA 2009
Kinostart: 10.12.

zombieland.jpgWie überlebt man in einer Welt, die von Zombies überrannt wird? Zwei Männer, die gegensätzl­i­cher nicht sein könnten, scheinen die passende Antwort auf diese schwierige Frage gefunden zu haben. Columbus ist zwar ein totales Weichei, konnte aber dennoch bislang alle Angriffe erfolgreich abwehren, weil er sich immer strikt an seine «47 Überlebensregeln für Zombieland» gehalten hat. Als einer der letzten Nicht-Zombies in seiner von Untoten besetzten Heimatstadt trifft der überängstliche Columbus auf Tallahassee. Der wiederum ist ein richtig harter Hund und hat scheinbar vor so gut wie gar nichts Angst. Gemeinsam wollen die beiden nun mit allen Zombies kurzen Prozess machen. Doch dabei muss das ungleiche Duo zuerst dem grössten Schrecken in die Augen blicken: sich selbst!

Regie: RUBEN FLEISCHER; Darsteller: WOODY HARRELSON, JESSE EISENBERG, ABIGAIL BRESLIN, EMMA STONE; www.zombieland-derfilm.de
 
AVATAR
Geschrieben von Matthias Haller   
Friday, 04. December 2009
DAS NEUE «STAR WARS»?

Der Mann, der für legendäre Streifen wie «Terminator» oder «Aliens» verantwortlich zeichnet und mit «Titanic» Filmgeschichte geschrieben hat, meldet sich endlich zurück. JAMES CAMERON besinnt sich auf seine Wurzeln und liefert mit «Avatar» ein bildgewaltiges Science-Fiction-Spektakel ab, welches das 3D-Kino revolutionieren soll.


avatar.jpgZwölf Jahre ist es her, seit JAMES CAMERON seinen letzten Kinofilm gedreht hat. Mit «Titanic» hat er den erfolgreichsten Film aller Zeiten abgeliefert. Dass er ausgerechnet mit einem – Zitat – «Frauenfilm» so erfolgreich war, will CAMERON noch immer nicht ganz einleuchten. Doch er hat sich danach die Zeit genommen, um nur noch Dingen nachzugehen, die er auch wirklich machen wollte.

Jetzt, nach über einem Jahrzehnt, startet also sein neuer Film in den Kinos, und CAMERON wäre nicht er selbst, wenn er nicht mit einem Paukenschlag zurück auf die grosse Leinwand kommen würde. In «Avatar – Aufbruch nach Pandora» wird die Geschichte von Jake Sully erzählt. Der querschnittsgelähmte Soldat unterstützt die Menschen bei der Erschliessung von Pandora, einem urtümlichen Planeten, der mit einer üppigen Vegetation und fremdartigen Wesen genauso faszinierend wie gefährlich ist. Da Jake an den Rollstuhl gefesselt ist, wird sein Geist in einen sogenannten «Avatar» übertragen, eine Art biologische Hülle, mit der sich Jake frei bewegen kann. Der Avatar wurde den Ur­einwohnern des Planeten, den Na’vi, nachempfunden. Die Menschen wollen den Na’vi ihren Lebensraum streitig machen, doch die wissen sich zu wehren. Und so kommt es, wie es kommen muss: Ein erbitterter Krieg zwischen Menschen und Na’vi bricht aus und Jake steckt mitten drin. Durch seinen Kontakt zu Prinzessin Neytiri lernt er die Na’vi besser verstehen und nach und nach entwickelt er auch Gefühle für sie. Ehe er es sich versieht, muss er sich für den alles entscheidenden Kampf rüsten und sich für eine Seite entscheiden.

Schon vor 14 Jahren hatte JAMES CA­ME­RON die Idee zu «Avatar». Doch damals waren die Voraussetzungen zur Realisation des Projekts noch nicht gegeben. Der Technikfreak wurde hellhörig, als PETER JACKSON in seiner «Herr der Ringe»-Tri­logie das digitale Wesen Golum zum Leben erweckte. CAMERON entwickelte auf Basis dieser Technik eine virtuelle Kamera, die es ihm schon am Drehort erlaubt, einen Blick auf die fertige Szene zu werfen, ohne dass die Schauspieler erst am Computer in die Szene eingefügt werden müssen. Und der Meister hat Grosses vor, von einer Re­vo­lution war gar die Rede. Schon vor zehn Jahren prophezeite er, dass die Zukunft des Kinos digital und dreidimensional sein würde. Auch «Avatar» ist vorwiegend als 3D-Erfahrung geplant und soll bis dato als grösste dreidimensionale Realfilm­produk­tion gelten, die neue Massstäbe auf diesem Gebiet setzen soll.

Bleibt zu hoffen, dass das Ganze nachher nicht zu sehr wie ein auf Spielfilm getrimmtes Videogame daherkommt. Dieses Pro­b­lem hatten ja schon die ersten beiden neuen «Star Wars»-Filme, die mit ihrer kunterbunten Farbgebung kaum mehr Realis­mus versprühten. Apropos, wie «Star Wars» ist auch «Avatar» als Trilogie angelegt. Ob die Franchise das Zeug dazu hat, die Aben­teur von Luke Skywalker und Co. vom Sci-Fi-Thron zu stossen, wird sich noch zeigen müssen. Denn bisher ist es digitalen Figuren kaum gelungen, dass sich Zu­schauer emotional auf die Charaktere einlassen. In einem Film, in dem die Haupt­darsteller aber digital sind, wäre dies, ge­linde gesagt, ein Desaster.


Sci-Fi-Action; (Fox Warner) USA 2009
Kinostart: 17. Dezember
Regie: JAMES CAMERON
Darsteller: SAM WORTHINGTON, ZOE SALDANA, SIGOURNEY WEAVER
Web: www.avatarmovie.com

 
ANDRINA
Geschrieben von Markus Tofalo   
Friday, 04. December 2009
EIN TALENT GANZ  UND GAR

Abseits von Castingshows und -contest hat sich die junge ANDRINA einen Platten­ver­trag ergattert. Ihre erste Single «Empty Rooms» / «A New Temptation» wurde von den Radios mehr als dankend angenommen. Nun liegt das Album vor. Das Echo ist überwältigend.


adrina.jpgEin Samstagabend im Gemeindesaal von Rümlang. Hier wird heute das Debütalbum der erst 14-jährigen ANDRINA gefeiert, elf rockig-poppige, abwechslungsreiche Lieder zwischen BRITNEY und AVRIL. Die junge Sängerin begnügt sich nicht damit, einfach ein paar Songs über ein Playback zu mimen, wie man dies vielleicht im Vorfeld hätte vermuten können. Nein – ANDRINA wird das ganze Album vortragen – live und mit Band! Daher stand eine Plattentaufe in einem engen Club auch nie zur Debatte. Und auch weil ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ohnehin altersbedingt in keine Disco reinkämen. Anmerken tut man es ihr nicht, doch der Jungstar ist schon leicht nervös. Es sind denn auch viele Leute gekommen, darunter ihre Familie, DJ MR. P!NK, der neue SHAKRA-Sänger JOHN PRAKESH Plattengotti BÖRNI und natürlich ihre Produzenten CÜNEYT KAFADAROGLU, ANDY SCHNEIDER und MICHAEL KULL sowie viele Medienleute. Das Interesse am neuen Schweizer Gesangstalent ist schon seit dem Singlerelease Anfang Jahr sehr gross.
ANDRINA ROHRBACH kam schon in frühsten Jahren zur Musik. Für sie gab es Musik «schon immer». Zurzeit lernt sie Klavier spielen. Gitarre kann sie schon ziemlich gut. Trompete und Alphorn beherrscht sie schon länger. Eigentlich habe sie kein bestimmtes Vorbild. Im Gespräch mit ihr kurz vor dem Konzert, lässt sie sich dann aber die Namen P!NK, LEONA LEWIS und, wenn's um die Show geht, ROBBIE WILLIAMS entlocken. Ihre Lieder werden ihr keineswegs einfach serviert. ANDRINA gestaltet sie mit, schreibt Texte und sitzt dann mit ihrem Produzenten zusammen, um daraus die Melodie und den Song zu machen. Die Ideen holt sie sich aus dem Alltag. «Das ist wie Tagebuch schreiben», erklärt sie. Zusammen mit ihrer Freundin und Vocal-Coach ANIKA BERENS übersetzt sie die Texte dann ins Englische. Die Musik nimmt ihre Zeit in Anspruch – die Schule soll aber nicht darunter leiden. Der Versuch, dem Teenager ehrgeizige Ziele zu entlocken, scheitert. Für die Zukunft meint sie klar: «Die Schule kommt zuerst.» Dafür hat ihr Hobby zeitlich etwas gelitten. ANDRINA hat lange Baseball gespielt.
Draussen steigt die Spannung bei ihren Freunden. Niemand in der Schule von Rüm­lang kennt ihre Songs, ausser der Single natürlich. Und live hat ANDRINA auch noch niemand gesehen. Ob sich im Verhältnis zu ihren Mitschülerinnen und -schülern etwas ändern wird? «Nein», sagt sie. «Für meine Freunde bleibe ich die ANDI.»
Das Saallicht geht aus – ANDRINA startet ihr Konzert mit der neuen Single «Look at Me». Von Beginn weg hat sie die volle Aufmerk­samkeit des Publikums. Die Show ist perfekt, die Band professionell und ANDRINA überzeugt stimmlich in allen Tonlagen. Sie gibt alles, sagt ihre Titel an, spricht unbekümmert mit dem Publikum, ist ein Star – professi­onell, ohne unnötige Posen. Manch ein Cas­tingshow-Teilnehmer könnte von ihr lernen. Den Abschluss bestreitet sie mit einer Akus­tikversion von «A New Temptation», jenem Song, der in den letzten Monaten von DRS3 beinahe täglich gespielt wurde!
Dass es ANDRINA schaffen kann, ganz gross rauszukommen, ist durchaus möglich. Sie ist musikalisch sehr begabt, ist sympathisch, hübsch, keck und voller Tatendrang.


Album: «Look at Me» (Zoom / Zyx)
Showcase: 12.12., Interlaken, Casino Kursaal
www.andrinamusic.com
 
KEVIN COSTNER
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Friday, 04. December 2009
HOLLYWOODSTAR STARTET ROCKKARRIERE

Ob «Der mit dem Wolf tanzt» oder «Body­guard»: Der zweifache «Oscar»-Preisträger KEVIN COSTNER spielt gerne Helden. Jetzt sucht der Schauspieler nach einer neuen Herausforderung – und singt.

costner.jpgDass sich angesagte Namen aus Holly­wood nebenbei als Musiker betätigen, ist keine Neuheit. JOHNNY DEPP macht es, genauso wie KEANU REEVES oder RUSSELL CROWE. Jetzt gehört auch KEVIN COSTNER zu dem erlauchten Club der Hobby-Rockstars. Und der scheint es ernst zu meinen. Beim Treffen mit dem TREND-MAGAZIN-Reporter stellte der 54-Jährige klar: «Ich hoffe, dass ich in Zukunft mit Kino und Musik Geld verdienen kann.» Wer ein biss­chen auf YOUTUBE surft, der wird schnell sehen, dass COSTNER als Sänger durchaus zu überzeugen vermag. Sein Song «Backyard» ist sogar ein regelrechter Hit. Schuld daran, dass der Schauspieler in den letzten Monaten mit seiner Band MODERN WEST rund um die Welt tourte, ist seine Frau. «Sie wusste, dass ich früher mal in einer Band war und dass mir das Musikmachen enorm viel Spass macht. Also hat sie mich ermutigt, jetzt richtig Gas zu geben», sagt der Schauspieler. Und das tut er. Das Album «Untold Truths» verkauft sich anständig, ein Nachfolger ist bereits in Produktion. «Mittlerweile treten wir vor bis zu 50’000 Leuten pro Show auf», sagt KEVIN COSTNER stolz. Seine Musik zu schubladisieren, ist einfach. Er nennt es Rock’n’Roll, Countryrock ist allerdings zutreffender. Einige seiner Stücke erinnern an BRUCE SPRINGSTEEN, andere wieder nähern sich mehr JOHN MELLENCAMP an.
Das Wichtigste ist COSTNER der Kontakt zum Publikum. «Wir müssen eine Ver­bindung zueinander aufbauen. Künstler, denen das egal ist, haben keine Ahnung von Entertainment. Bei Dreharbeiten halte ich das übrigens genauso», sagt der singende Schauspieler. «Auf dem Filmset hänge ich auch nie den Star raus, sondern suche den Kontakt mit den Statisten. Auch sie sind wichtig. Stell’ Dir mal eine Szene auf einer Strasse vor, ohne Leute im Hintergrund. Das sähe doch Scheisse aus.»
Auf der Bühne gibt sich der Star als Mann zum Anfassen. Dort flirtet er mit den Damen im Publikum und prostet ihren Män­nern zu. COSTNER sieht sich als Kumpeltyp. Mit roten Teppichen und Holly­wood­glamour kann er wenig anfangen. Er sagt: «Wir sollten aufhören damit, Leute anzuhimmeln. Gerade heute, wo Ruhm wie eine Auszeichnung behandelt wird. Aber für was? Früher musste man noch etwas dafür tun, zum Beispiel einen Krieg gewinnen. Heute kann jeder wegen nichts berühmt werden. Deswegen hat Ruhm seinen Wert verloren.» Ernüchternde Worte eines Mannes, der in den Neunzigerjahren im Kino einen Hit nach dem anderen landete. Doch seit «The Untouchables», «JFK» und «Robin Hood» ist viel Zeit vergangen. Seine letzten Filme – der geniale Krimi «Mr. Brooks» und die gelungene Komödie «Swing Vote» – kamen bei uns nicht mal mehr ins Kino. Zu Unrecht allerdings. Doch der Hobbysänger stört sich nicht weiter daran, sondern plant eifrig seine Musikerkarriere und sein Leinwand-Comback. Und so verrät er zum Schluss: «Für «Bodyguard 2» liegt bereits ein gutes Drehbuch vor. Nur am Schluss müssen wir noch feilen...»


Album, KEVIN COSTNER AND MODERN WEST: «Untold Truths» (Wrasse / Universal)
www.kevincostner.com