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TOM­A­ZOBI
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Monday, 09. November 2009
LAUSBUBEN MIT SCHNAUZ

tomazobi11.jpgZwar ist der Oberlippenbart ein Symbol für eine Gattung Mann, die nicht viel zu sagen, denn zu singen hat, doch bei den vier TOM­A­ZOBIs ist alles anders. Auch im zehnten Jahr nennen sie sich die BEASTIE BOYS des Berner Troubadours und benehmen sich auch auf dem dritten Album «Schnouz» wie Lausbuben ohne Hemmungen. Frech, lustig, schamlos gehen TOBI, MAZE, OBI und NICK mit den Eidgenossen, ihren Schwächen, der Cervelatprominenz, MIKE SHIVA oder Zürich um. Es vergeht keine Minute und der Mix aus Schlager, Spassnummern, dem lustvollen Springen von einer Stimmlage zur anderen, dem Sprechgesang, dem Witz greift die Lach­muskeln an und lässt diese bis zum Ende nicht mehr los. Die Kur gegen die Trau­rigkeit wurde auch dank Hunderten von Kon­zerten in jedem Kaff der Schweiz belohnt. TOMAZOBI haben schon 15’000 Scheiben verkauft. Klar sind die Schen­kelklopfer und Konzertbrüller keine ho­he Kunst von bleibendem Wert. Das ungewöhnliche Konzept der Band, in einem Land, wo alle Angst vor dem Risiko haben und zu wenig lachen, ist ein Lob wert, auch wenn sich ihr Pfad abseits aller Hitparaden befindet. Wer also den kommenden Novemberblues vertreiben will, dem sei der Klamauk von TOMAZOBI als Medizin verschrieben.

TOMAZOBI, Album: «Schnouz»
(Endorphin / Universal)
www.tomazobi.ch
 
EVELINE SUTER
Geschrieben von Matt   
Monday, 09. November 2009
DIE «EVITA» VON KRIENS

eveline-suter.jpg«Evita» ist ein Rockmusical in zwei Akten von ANDREW LLOYD WEBBER (Musik) und TIM RICE (Buch und Songtexte). Es erzählt den Werdegang von MARIA EVA DUARTE DE PERÓN, genannt EVITA (7.5.1919 bis 27.7.1952). Gezeichnet werden der Weg eines aus ärmlichen Ver­hält­nissen stammenden, unehelich geborenen Mädchens aus der Provinz und dessen glanzvoller Aufstieg zur argentinischen First Lady an der Seite von JUAN DOMINGO PERÓN. Um die ehrgeizige EVITA entstand ein unglaublicher Per­so­nenkult: Sie wurde vom Volk geliebt, gleichzeitig aber von der argentinischen Elite gehasst. Ihr Krebstod löste eine beispiellose Welle der Trauer bei den Massen im südamerikanischen Staat aus. Für sieben Wochen gastiert das Musical in Kriens. Das TREND MAGAZIN traf die Hauptdarstellerin EVELINE SUTER zum exklusiven Interview.

TREND MAGAZIN: Wie war Dein Weg auf die Bühne? – EVELINE SUTER: Ich habe sehr früh mit dem Tanzen begonnen. Später kamen Gesang und Schauspiel und auch Trompete hinzu. Ich bin dann sehr schnell auf die Sparte Musical gekommen und habe mich über gute Schulen informiert. Dann ging’s nach Wien an die PERFORMING ARTS STU­DIOS VIENNA, eine Musicalschule.
Wie läuft ein grosses Casting ab? – Oft gibt es mehrere Runden. Meist beginnt es mit Tanzen. Es tanzt wer vor, man tanzt nach. Die Grüppchen werden dann immer kleiner, und am Schluss muss man manchmal auch zu zweit vortanzen. Das kann Stunden dauern. Falls o.k., kommt man zum Gesang. Es kann aber auch umgekehrt sein. Falls man dann noch weiterkommt, muss man oft ein zweites Mal anreisen, egal wohin, Berlin, Hamburg oder in die Schweiz. Meist bekommt man da schon vorher Texte und Lieder, um sich vorzubereiten. Alles ist schon spezifischer, man kommt für gewisse Rollen, oder eine gewisse Rolle in Frage. Manchmal gibt es sogar ein drittes Vorsingen. Danach heisst es warten. Der ganze Pro­zess kann sich so oft über Wochen hinziehen.
Was tut man, wenn man bei einem Casting durchfällt? – Grundsätzlich gehört das bei diesem Job ganz einfach dazu, die positive Einstellung und das Vertrauen zu haben, dass schon wieder etwas kommt, womit man seine Brötchen verdient. Das fällt natürlich nicht immer gleich leicht. Wenn ich zurückblicke, kann ich sagen, dass ich sehr viel Glück hatte. Auch schon war ich aber extrem traurig, gerade wenn es ein Job in der Schweiz war, weil ich hier natürlich daheim bin. Es kann aber passieren, dass ich nach einem schlechten Vorsingen auch mal die Noten in den Müll knalle oder kurz schreien muss.
Wie wichtig ist es für einen Darsteller, dass er sich mit der Rolle identifizieren kann? Würdest Du jede Rolle spielen? – Das ist sehr, sehr wichtig. Man muss sich informieren, gerade wenn es eine Rolle ist, die es tatsächlich gegeben hat, wie EVITA PERÓN im Musical «Evita». Mir ist es wichtig, immer zu überlegen, wie so ein Mensch wirklich war oder ist, wer waren die Geschwister, Eltern, wie würde die Rolle je nach Situation reagieren, was mag sie usw. So mache ich den Charakter tatsächlich zu einem Teil von mir, und es wirkt dann natürlich. Das ist sehr wichtig. Je nach Rolle fällt dies natürlich leichter oder schwerer. Wenn einem etwas so gar nicht liegt, muss man sich Brücken schaffen. Man stellt sich dann Situationen vor, die man im eigenen Leben erlebt hat.
Wie liefen die Auditions zu «Evita» ab? – Die Regisseurin MARINA MACURA kannte mich von einer anderen Show, und sie hat gefragt, ob ich nicht auch zum Casting kommen könne. Da ich zu dieser Zeit lustigerweise gerade Evita in einer anderen Produktion gespielt habe, war ich natürlich super vorbereitet.
Welche Musik hörst Du privat? – Das ist sehr unterschiedlich. Musicals höre ich eigentlich nur, wenn ich mich für Vorsingen oder eine Show vorbereiten muss. Es gibt verschiedene Sänger und Bands, für die ich mich begeistern kann... PJ HARVEY, ALICIA KEYS, STARSAILOR, THE DARKNESS, SARAH Mc LACHLAN, EVA CASSIDY. Zuletzt hatte ich gerade wieder eine AMY-WINEHOUSE-Phase...
Welche Rolle würdest Du gerne einmal spielen? – Da gibt es bestimmt nicht nur eine. Aber ich würde gerne extreme Rol­len ausprobieren. Rollen, die mich körperlich und emotional extrem fordern. Rol­len, für die es Mut zur Hässlichkeit braucht.


«Evita – Das Musical»; 14.11. bis 3.1.;
LE THÉÂTRE, Kriens; www.evelinesuter.ch
 
HILARY SWANK
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Monday, 09. November 2009
NACKT MAG SIE ES AM LIEBSTEN

Die zweifache «Oscar»-Gewinnerin kennt sich nicht nur mit an­spruchsvollen Rollen aus, sondern auch mit sexy Dessous. Dies bewies die Hollywood-Beauty kürzlich als Jurorin für ein Unter­wäschelabel. Das TREND MAGAZIN sprach mit der Schauspielerin exklusiv in Milano.


swank.jpgFashionweek in Milano. Dort trifft sich die Designer-Elite dieser Welt. Eine Woche lang regiert der Glamour in der italienischen Metropole. Die Kameras blitzen, gertenschlanke Models stöckeln über die Laufstege und prickelnder Schaumwein fliesst in Strömen. Eingeläutet wurde der Modezirkus dieses Jahr gleich mit einem Höhepunkt. Das renommierte Dessouslabel TRIUMPH liess extra die zweifache «Oscar»-Gewinnerin HILARY SWANK (35) aus Los Angeles einfliegen. Ihre Aufgabe: Als Jurychefin einen würdigen Nachwuchs­designer zu finden, der den mit rund 23’000 Franken dotierten «TRIUMPH Inspiration Award» auch verdient hat. Und wer hätte das gedacht: Superstar SWANK überraschte mit sympathischer Bodenständigkeit. Zu den Proben der Show erschien sie in Jeans und T-Shirt. Scherzte, lachte – von Allüren keine Spur.
Am Abend nahm das Gedränge neben dem roten Teppich fast schon gemeingefährliche Formen an. Die Fotografen standen sich gegenseitig auf den Füssen. Jeder wollte einen Frontspot. Und dann kam sie: frisch frisiert, mit breitem Grinsen im Gesicht. Den knackigen Körper verpackt in ein schlichtes, schwarzes Kleid. Der Gang sicher, elegant und zielstrebig – und das wohlgemerkt trotz 12-Zentimeter-Stilettos. HILARY SWANK verzauberte alle mit ihrem Charme – inklusive des Gewinners des «TRIUMPH Inspiration Award»; des schüchternen Engländers JAMES NOLAN (20).
Nach der Preisvergabe gewährte die Hollywood-Ikone dem TREND-MAGAZIN-Reporter eine Au­dienz. Die Securityleute an der Tür gucken finster, der VIP-Bereich ist abgesichert wie der Tresorraum einer Grossbank. Doch kaum steht die «Oscar»-Preisträgerin vor einem, ist alle Förmlichkeit wie weggewischt. «Ich bin HILARY, setz dich doch», sagt sie, streckt die Hand zum Gruss. Fragen zum Thema Dessous drängen sich auf. Die Schauspielerin gibt sich erst zugeknöpft. Bis sie verrät, eigentlich am liebsten nackt zu schlafen. «Der Sohn meines Freundes ist sechs Jahre alt. Jeden Morgen kommt er ins Schlafzimmer und findet mich nackt vor. Aber er schaut noch nicht mal zweimal hin», sagt SWANK. Die US-Amerikanerin ist seit knapp drei Jahren mit ihrem früheren Agenten JOHN CAMPISI liiert. Die Liebe scheint ihr gut zu tun. «Ich bin so ausgeglichen wie noch nie zuvor», sagt sie. «Ausserdem liebe ich meinen Job. Ich finde es manchmal fast schon frech, dass ich für etwas, das mir so viel Spass macht, auch noch so gut bezahlt werde.»
HILARY SWANK ist Hollywoods Geheimwaffe, schwierige Rollen liegen ihr am besten. Sie spielte unter anderem schon einen Transsexuellen («Boys don’t cry») und eine Profiboxerin («Million Dollar Baby»). Beide Performances haben ihr jeweils eine goldene Glatzkopf-Statuette eingebracht. Und der nächste «Oscar» rückt bereits in Griffweite. Die bei uns nächstes Jahr ins Kino kommende Autobiografie «Amelia» über die Luftfahrt-Pionierin AMELIA EARHART fährt ausnahmslos begeisterte Kritiken ein. Ist sie schon aufgeregt wegen der nächsten Verleihung? «Die Nominierungen sind ja noch gar nicht draussen. Also erstmal abwarten und weitersehen», sagt sie mit einem Augenzwinkern. Von Starallüren wirklich keine Spur.
 
PLANET 51
Geschrieben von Matt   
Monday, 09. November 2009
Animation, Familie; (Tri Star) USA 2009
Kinostart: 3.12.


planet-51.jpgDer amerikanische Astronaut Captain Charles «Chuck» Baker denkt, er wäre der erste Men­sch, der einen Fuss auf den Planeten 51 setzt. Zu seiner Überraschung muss er feststellen, dass der Planet von kleinen grünen Männchen bewohnt wird, die ein glückliches Leben mit Barbecue-Partys und weissen Lattenzäunen führen, das an das fröhliche  Amerika der 1950er erinnert. Ihre einzige Angst ist, dass sie von ausserirdischen Eindringlingen überfallen werden – Eindringlingen wie Chuck! Mit der Hilfe seines Roboterkameraden «Ro­ver» und seinem neuen Freund Lem muss sich Chuck seinen Weg durch die schillernde und verwirrende Land­schaft von Planet 51 bahnen, um dem Schicksal zu entkommen, ein Ausstellungsobjekt im «Weltall-Museum der ausserirdischen Ein­dring­linge» auf Planet 51 zu werden. – Aus der Feder von JOE STILLMAN («Shrek 1 und 2»).

Regie: JORGE BLANCO; Sprecher: GARY OLDMAN, JESSICA BIEL, JOHN CLEESE, SEANN WILLIAM SCOTT; www.planet-51.de
 
NEW MOON – BIS(S) ZUR MITTAGSSTUNDE
Geschrieben von Redaktion   
Monday, 09. November 2009
Romantik (Constantin) USA 2009
Kinostart: 26.11.

new-moon.jpgFür immer mit Edward zusammen zu sein – Bellas Traum scheint wahr geworden! Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischen­fall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer. Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob Black gibt ihr die Kraft weiterzuleben. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde… – Nach Vampiren dürfen nun auch die Werwölfe zeigen, dass sie Gefühle haben. Neuzugang TAYLOR LAUTNER könnte dabei seinem Kollegen ROBERT PATTINSON tatsächlich den Rang ablaufen. Der 17-jährige Mädchenschwarm hat im Film nämlich jede Menge Gelegenheiten sein Muckis zu zeigen.

Regie: CHRIS WEITZ; Darsteller: ROBERT PATTINSON, KRISTEN STEWART, TAYLOR LAUTNER, DAKOTA FANNING, MICHAEL SHEEN; www.twilightsaga.ch
 
2012
Geschrieben von Matthias Haller   
Monday, 09. November 2009
WELTUNTERGANG À LA ROLAND EMMERICH

Man könnte beinahe glauben, ROLAND EMMERICH hasst Amerika, so oft hat er das Land schon dem Untergang geweiht. Ob es nun Aliens («Independence Day»), ein mutiertes Reptil («Godzilla») oder die Natur selbst («Day After Tomorrow») sind, eines haben all diese Filme gemeinsam: Es bleibt sprichwörtlich kein Stein auf dem anderen.


2012.jpgAuch in seinem neuen Film lässt es EMMERICH wieder gewaltig knallen. Doch diesmal steht nicht nur das Schicksal der US-Bürger auf dem Spiel, sondern das der gesamten Menschheit. Als Basis für sein Katastrophenszenario wählt EMMERICH diesmal den Kalender der Mayas. Dieser endet am 22. Dezember 2012, dann geht laut dem antiken Naturvolk nämlich die Welt, wie wir sie kennen, unter. Genau zu dieser Zeit soll der Planet Nibiru so nah an der Erde vorbeifliegen, dass die Anziehungskräfte die Umlaufbahn unseres Heimatplaneten verändern. Die Folgen davon zeigt ROLAND EMMERICH einmal mehr in dramatischen Specialeffects gigantischen Ausmasses. In dieses Welt­unter­gangsszenario wurde ein Drama rund um den Familienvater Jackson Curtis eingebettet, der verzweifelt versucht, seine Kinder zu retten. Als er mit diesen näm­lich einen Aus­flug in den Yellow Stone Park un­ternimmt, trifft er
auf den exzentrischen Wis­­senschaftler Char­lie Frost. Dieser dokumentiert in seiner ge­heimen und gigantischen For­schungs­ein­richtung akribisch alle Anzeichen für den bevorstehenden Welt­untergang. Zuerst will ihm Jackson nicht glauben, doch als in Los Angeles die Strassen aufbrechen, ist das unvermeidbare Ende für jeden offensichtlich. Anscheinend hat die Regierung, derweil in Kenntnis der Katastrophe, eigene Pläne geschmiedet, die jedoch nicht die Rettung aller Menschen vorsehen. So beginnt für Jackson Curtis und eine Hand­voll Begleiter der aussichtslose Kampf gegen die Zeit und die massiven Naturkatastrophen.

Nachdem EMMERICH in «Day After Tomorrow» quasi gnädig war und die Menschheit mit einem blauen Auge davonkommen liess, macht er in «2012» keine halben Sachen und legt den blauen Planeten in Schutt und Asche. Der deutsche Regis­seur ist bekannt für das grosse Spektakel auf der Leinwand, und vor allem die Amis lieben ihn dafür. Wenn er zum x-ten Mal New York verwüstet, dann lockt das die Massen in die Kinos. Dank einer ausgeklügelten Marketing-Strategie und Filmtrailern, die wie die hier gezeigte Szene das grosse Spektakel versprechen, wird der Film wohl auch diesmal wieder für volle Kinosäle sorgen. Dass bei EMMERICH-Filmen auch gerne mal die Geschichte, die Charakter­zeichnung und leider auch oft die Logik auf der Strecke bleiben, ist leider auch eine unumstrittene Tatsache. Gerade sein Machwerk «Independence Day» ist der Beweis, dass man sein Hirn vor dem Film­genuss besser auf «Aus» stellt, da sonst ernsthafte Schädigung am Denkapparat zu befürchten sind. Und auch wenn wir «2012» noch nicht sehen konnten, so lassen die bisher gezeigten Szenen, wie die Flucht mit dem Auto und später dem Flugzeug aus dem in sich kollabierenden Los Angeles, darauf schliessen, dass es der Herr Regisseur auch diesmal nicht so genau mit den Details und der Glaubwürdigkeit nimmt. Auch die Specialeffects der gezeigten Szenen konnten noch nicht ganz überzeugen. Diese wirken teils wie gemalt. Trotzdem dürfte der Wow-Effekt gerade auf einer grossen Leinwand nicht ausbleiben. Und spätestens wenn die betenden Menschen vor dem Petersdom in Roma von dessen gigantischer Kuppel erschlagen werden und das Weisse Haus in Washington nach einer Flutwelle von einem Flugzeugträger zerschmettert wird, dann kommen die Fans des Mannes, der die liebgewonnen Wahrzeichen der Menschen mit Genuss dem Erdboden gleichmacht, mit Sicherheit auf ihre Kosten. Entgegen dem aktuellen 3D-Trend  wird «2012» jedoch nur in einer normalen Fassung laufen. Schade eigentlich, denn bei diesem Effektspektakel hätte sich der Einsatz der Technik mit Tiefenwirkung durchaus rentiert.

Sci-Fi-Thriller; (Columbia Pictures) USA 2009
Kinostart: 12. November
Regie: ROLAND EMMERICH
Darsteller: JOHN CUSACK, AMANDA PEET, OLIVER PLATT, DANNY GLOVER, WOODY HARRELSON
Web: www.2012derfilm.de
 
MANILLIO
Geschrieben von Markus Tofalo   
Monday, 09. November 2009
marillio.jpgMANILLIO provoziert, ist aber auch witzig und ironisch. Und MANILLIO hat’s drauf. Das hat sogar der deutsche Starrapper KOOL SAVAS bemerkt. Der Solothurner habe internationales Potenzial, sagte SAVAS, als er ihn zu hören bekam. Zitat: «Ich kenne viele Schweizer Releases, aber noch nie hat mich einer so überzeugt wie dieser.» Durch Gastauftritte bei GREIS und DOUBLE PACT baute er seinen Namen auf. Seine Produktion ist zurückhaltend genug, um seinen Raps im Vordergrund ihren gebührenden Platz zu lassen. Und dieser steht seinen Texten auch zu. Den Titel seines Albums «Jede Tag Superstar» will sich MANILLIO aber trotz aller Ironie verdienen, denn die Sounds – Bass, Gitarre oder Saxofon – sind live eingespielt, ebenso Backgroundvocals, welche eher unüblich sind für hiesige Rapalben.

Album: «Jede Tag Superstar» (Nation)
Live: 13.11. Basel, NTA; 26.11. Bern, BIERHÜBELI; 27.11. Basel, KASERNE;
28.11. St.Gallen, Grabenhalle
www.manillio.com
 
DJ WHITESIDE
Geschrieben von Marcel Oberholzer   
Monday, 09. November 2009
EIGENWILLIG UND EXPERIMENTIERFREUDIG

Im Interview spricht er über seinen neusten «Ugly-House»-Mix und platziert dabei wieder einmal ein paar nette Seitenhiebe gegen DJ-Kollegen, die für Produktionen zahlen, statt selber welche zu schaffen.

whiteside_185.jpgWHITESIDE gehört zu den Wegbereitern der Houseszene der Schweiz. Seine Remixes und Produktionen werden weltweit auch von Star-DJs gespielt. «Ugly House» ist für ihn eine gesunde Gratwanderung zwischen Kommerziellem und Tracks, die er kommen sieht. Dabei versucht er auch, Clubraritäten auszugraben. Zuerst testet er sie live, dann kommen sie auf seine CDs. «Es kostet mich immer wieder ein Lächeln, wenn ich dann diese Tracks Wochen später auf anderen Compilations von Schweizer DJs finde.» WHITESIDE legt auch Wert darauf, dass eine «Ugly House» nicht einfach nur gemixt ist. «Hör selber rein und Du wirst den Unterschied bemerken!»

TREND MAGAZIN: 14 Jahre «Ugly House», gibt es ein Ereignis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist? – DJ WHITESIDE: Ich glaube der erste Weg ins Studio – die erste Produktion, die dann auf Vinyl herausgekommen ist, oder die erste CD. Das sind Momente, die man nicht vergisst!
Wie war dein Einstieg in die Szene? War es schwierig, Kontakte zu knüpfen? – Ich kann auf die Szene verzichten. Ich möchte nicht eingeengt sein wie viele Zürcher DJs, die lieber auf ihrer festgefahrenen Schiene weiterspielen, statt Experimente eingehen. Ich habe schon zu OXA-Zeiten
2-Step oder R’n’B mit House gemixt und wurde deswegen schräg angeschaut. Aber ich lasse mich nicht in eine musikalische Stilbox sperren! Kontakte heisst manchmal auch, sich zu fest für die Szene oder Bookings zu opfern. Wer mich bucht, kriegt jedenfalls etwas fürs Geld. I got soul in my music!
Wie gehst du im Studio vor, wenn du einen Track produzierst? – Eigentlich sammle ich meine Ideen aus Soundtracks und Songs, aber auch aus Inputs meiner Kinder, Melodien, die ich dann weiterspinne. C & C MUSIC FACTORY haben einmal gesagt: Musik kann man nicht neu erfinden, aber man kann sie verändern. Ich arbeite zusammen mit meinem Freund und Produzenten JORGE MARTIN S an den Beats und den Harmonien. Bis das Resultat da ist, verändert sich meistens immer alles nochmals, da auch Sänger/Sängerin sich in die Produktion geben. Mir ist es wichtig, dass auch mein Produzent mit einbezogen ist. Ich lasse nicht einfach meine Musik schreiben, bezahle dafür und verkaufe es unter meinem Namen. Für mich ist das Betrug am Konsumenten. Leider können gewisse DJs knapp den Computer anstellen, verkaufen sich aber in Interviews gerne als Produzenten und Songschreiber.
Kannst du uns etwas zu deiner aktuellsten Produktion erzählen? – Aktuell ist «House Music» auf DJ ANTOINEs Label EGOISTE. Nun stehen die nächsten MILK-&-SUGAR-Produktionen an, «Beautiful» und «Feel». Und «Feel» ist eine Bombe! Viele Inputs kamen von meiner DJ-Tätigkeit auf Mykonos und in der Türkei. Ich liebe die Kombination von orientalischen Klängen.
Du hast sehr viele Freunde, die dir bereits über Jahrzehnte treu geblieben sind. – Kontakte zu Freunden und Fans zu pflegen, ist das A und O. Aber auch respektvoll mit Newcomer-DJs umzugehen. Ich musste leider feststellen, dass gewissen Schweizer Top-DJs der Erfolg echt in den Kopf gestiegen ist. Aber je höher sie steigen, desto schneller fallen sie. Ich bin lange im Business und habe so viele DJs kommen und gehen sehen. Aussagen wie «die Alten sollen Platz für die Neuen machen» verliefen voll im Sand. Man muss sich Erfolg verdienen. Nicht erkaufen oder erzwingen! Der Konsument ist nicht blind!
Hast du denn nach all den Jahren noch Lampenfieber? – Ja, aber nicht mehr so wie am Anfang. Mir ist es immer wichtig, dass ich die Partygänger mitreissen kann. Ich komme und spiele nicht einfach nur, um Kohle abzuholen und dann wieder zu gehen. Zusammen mit BLACK AND WHITE BROS (STEPHEN DAVIS) gelingt uns das jedes Mal!
Kann dich während dem Auflegen irgendetwas aus der Fassung bringen? – Ja, manchmal. Es gibt Newcomer-DJs, die mir zig Mal auf die Finger schauen oder auf den Screen der Player und kräftig die Titel, die ich spiele, abschreiben. Auch die gemeinsamen Pics lenken vielfach ab! Aber ich nehme mir immer diese Zeit – und die Fans schätzen das gerade.

Mix-Compilation: «Ugly House Gold 2009» (TBA)
www.whiteside.ch
 
VAN GOLDEN
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Monday, 09. November 2009
DIE SINNLICHEN SCHWESTERN

Zwei Mädels, eine Leidenschaft – die Musik. Das Aargauer Duo VAN GOLDEN macht sich daran, mit Hilfe von prominenter Unter­stüt­zung die hiesigen Hitparaden hochzusurfen.


van-golden.jpgWillkommen in den Siebzigern. Auf einer schicken Party in den Hollywood Hills, wo hübsche Mädchen einem mit vielversprechendem Augenaufschlag aufmunternd zublinzeln, die Sonne das Poolwasser angenehm wärmt und frisch gemixte Margaritas die Runde machen. Lachen und Musik erfüllen die Luft. Man kennt sich, man fühlt sich wohl. Es ist Sommer… Schön? Zu schön. Denn alles ist leider nur ein Traum, die Wirklichkeit sieht anders aus. Die grauen Wolken hängen derzeit so tief, dass man sie anfassen kann. Der Sommer? Nur noch eine blasse Er­innerung. Doch halt, eine Ge­heim­waffe gibt es in diesen tristen Tagen. Das Album «Platin» von VAN GOLDEN. Es ist bis unter den Rand aufgefüllt mit sinnlich swingenden Melodien, die das Kino im Kopf ankurbeln und einen in Gedanken weit weg reisen lassen. Dorthin, wo noch alles in Ordnung ist. Die Gute-Laune-CD des Monats geht auf das Konto der Aargauer Zwillings­schwestern RAPHAELA und MARISA. Unter­stützt von LOCKSTOFF-Bandleader THOMAS GARCIA haben die Girls ein Sammelsurium an poppigen Songs eingespielt, die mal mit dem Funk und mal mit dem Soul flirten. Sie geben zu, dass sie als Kinder FRED ASTAIRE und GINGER ROGERS angehimmelt haben. Zwei Helden einer längst vergessenen Ära. Und obendrein fütterten ihre Eltern die Zwillinge mit viel MOTOWN-Sounds. Das hat Spuren hinterlassen. Vielleicht klingen VAN GOLDEN ja gerade deswegen so herrlich schön altbacken. Im positiven Sinne natürlich. Da prusten die Bläser, galoppieren die Con­gas, groovt die Orgel und peitscht das Schlag­zeug. RAPHAELA und MARISA ma­chen erstklassige Hinternwackel-Musik («Schwarz­­pulver, Füür und Zunder»), doch sie können durchaus auch mal den Fuss vom Gaspedal nehmen und einem sexy Liebes­schwüre ins Ohr flüstern («Für De»). Dass das Ganze auf Mundart daherkommt, ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Doch mit jedem Hör­durchgang wächst die Anzieh­ungskraft. VAN GOLDEN sind gut, wirklich gut. Lounge-Musik mit Anspruch, die machen die zwei. Doch was singen sie da? Von Fröschen
und Prinzen, Drachen und verlassenen Bur­gen. Klingt nach zwei Roman­tikerinnen. Sind sie denn noch zu haben? «Wir haben beide unsere Prinzen schon gefunden», verrät RA­PHA­­ELA. Oh, schade.


Album: «Platin» (FFRecords / Nation)
www.vangolden.ch

 
EXPATRIATE
Geschrieben von Christos & Christos   
Monday, 09. November 2009
DIE AUSTRALISCHEN EXPATRIATEN IN BERLIN

Der ungewöhnliche Name passt ausgezeichnet zu dieser australischen Band, die das besondere Flair eines virtuos und mitreissend komponierten Songs zur höchsten Kunstform erhebt. Denn das Quartett um Sänger und Gitarrist BEN KING macht aus diesem Begriff per Definition und dank seiner eigenen Lebensgeschichte ein Programm, eine Vision, ein Konzept.


expatriate.jpgZwei der vier Bandmitglieder verbrachten ihre Kindheit ebenfalls als Expatriaten – sie wuchsen auf in einer fremden Kultur, einem Land fernab der Heimat, einem Kulturkreis, der sie so fremd wie exotisch, so spannend wie verstörend anmutete. Im Oktober veröffentlichte die australische Rockband ihr grossartiges Debütalbum endlich auch bei uns. Nun, nachdem sie ihr Heimatland erobert haben, sind alle vier erneut Expatriaten: Im letzten Winter zog die gesamte Band nach Berlin, um von dort aus den europäischen Kontinent zu erobern. RIVERMAN MANAGEMENT, die Macher hinter dem Erfolg von PLACEBO, wurden auf EXPATRIATE aufmerksam und nahmen sie unter Vertrag. Erste kleinere Tourneen, unter anderem im Vor­programm von DEUS, wurden bereits absolviert. Überdies besuchten EXPATRIATE im Sommer rund ein Dutzend grosse Festivals – ihre absolvierten Auftritte waren überzeugende Vorboten für das, was hier an Intensität, Ausdrucksstärke und klanglicher Viel­schich­tigkeit auf den Rockhörer zurollt. Das TREND MAGAZIN traf Sänger und Gitarrist BEN KING und Bassist DAVE MOLLAND von EXPATRIATE in Zürich zum Interview.

TREND MAGAZIN: Wie geht es euch? – BEN KING: Danke, ein bisschen müde, aber an-
sons­ten sehr gut.
Ihr seid von Australien nach Berlin gezogen, wie gefällt es euch? – BEN: Es gefällt uns sehr gut. Wir sind multikulturell, aber alle in Sidney aufgewachsen und jetzt leben die Expatriaten in Deutschland, Crazy!
EXPATRIATE
sind bestimmt nicht zum ersten Mal in der Schweiz, oder? – DAVE: Nein, wir waren auch schon hier. Das letzte Mal, als wir im Vorprogramm von PLACEBO am «Moon & Stars Festival» gespielt haben.
Da ihr ja im Dezember für ein Konzert wieder kommt, gefällt es euch bestimmt auch ganz gut hier in der Schweiz, oder? – DAVE: Ja, sehr! Die schönen Berge und die schönen Frauen (lacht) – BEN: Ja, die Frauen hier sind ganz nett und sehen auch ganz gut aus.
Euer neues Werk ist ein cooles Rockalbum mit grossartigen Melodien und lauten Gitarren. Erzählt ein bisschen mehr über «In the Midst of This»! – BEN: Besten Dank! Wir haben das Album in Seattle aufgenommen und haben mit diversen Produzenten gearbeitet. Da wir eine richtige Liveband sind, wollten wir auch eine Platte machen mit lauten Gitarren, lautem Schlagzeug, aber auch mit einem guten Mi
x aus Melodien. Ein Album aufzunehmen, welches auch die Energie einer Liveband repräsentiert, war schon immer unser Ziel. Eine schöne Melodie ist bei einem Lied sehr wichtig. Wir lieben Songs mit schönen Melodien.
Wer schreibt bei euch die Texte? – DAVE: Die meisten Songs hat BEN geschrieben. Selbst­verständlich sind im Studio auch von allen Bandmitgliedern Ideen dazugekommen.
Habt ihr einen Lieblingssong auf «In the Midst of This»? – BEN: Ich würde sagen «Are You Awake?» – DAVE: «Blackbird» mag ich sehr gut.
Wer hat euch am meisten dazu inspiriert, diese Platte aufzunehmen? – BEN: Viele, z. B. THE CURE, DEPECHE MODE oder auch THE SMITHS. Ich mag aber auch sehr gerne die elektronische Musik oder Dancemusic.
Mit wem würdet ihr gerne einmal zusammenarbeiten? – BEN: Mit einigen Künstlern, die aber leider nicht mehr am Leben sind wie z.B. ELVIS PRESLEY, KURT COBAIN oder JIM MORRISON. 
 – DAVE: Momentan sind wir mit PLACEBO auf Tour und werden Ende Jahr unsere eigenen Clubgigs spielen. An­fang nächsten Jahres beginnen wir mit den Aufnahmen zum neuen Album.

Album: «In the Midst of This» (Musikvertrieb)
Live: 15.12., Zürich, Mascotte
www.expatriateband.com

 
BELA B.
Geschrieben von Corinne Sutter   
Monday, 09. November 2009
ROCKULA IST NICHT NUR   ARZT

Herr B. ist zurück, und das mit geballter Power, welche keineswegs vermuten lässt, dass BELA B. auch aktiv ist als Synchronsprecher, Schauspieler, FC-ST.PAULI-Fan und ganz nebenbei in einer ziemlich bekannten Band spielt.


bela-b.jpgSein zweites Soloalbum «Code B» rockt mit 14 textlich wie melodisch eingängigen Power­popsongs und behandelt Themen aus BELAs fiktiver und realer Lebenswelt, darunter auch die Single, welche Körpermitte und Herz den Ohren näherbringt: «Altes Arschloch Liebe». BELA gab dem TREND MAGAZIN Mitte Oktober die Ehre zu einer Unterhaltung mit Un­terhaltung: BELA (49) wurde während des Interviews karikiert.

BELA: Dann arbeitest du also als Zeichnerin und schreibst nebenher? – CORINNE SUTTER vom TREND MAGAZIN: So ungefähr. Ich hatte von klein auf viele Traumberufe, welche ich jetzt einen um den andern zu realisieren versuche. – Das ist bei mir ähnlich. Ich weiss mich in der privilegierten Position, all meine verschiedenen Leidenschaften umsetzen zu können. So synchronisierte ich vor einigen Jahren beispielsweise sämtliche Stimmen des dänischen Filmes «Terkel in Trouble», auch wenn ich natürlich nicht 50 verschiedene Stimmen draufhabe. Aber die traten ja zum Glück auch nicht alle gleichzeitig auf den Bildschirm.
Du machst so viel Verschiedenes. Du bist für mich eine Art Unter­haltungsjunkie, dem es in erster Linie darum geht, sich selbst zu unterhalten – umso besser, wenn es dann auch noch ankommt. – Ja, das ist ganz sicher so. Meine Filme sind ja allesamt sehr erfolglos (lacht). Dafür hatte ich einmal die Chance, mir von Stuntmännern einige Stunts zeigen zu lassen, von welchen ich den einen oder andern auch selbst durchführen durfte, was natürlich ein Jugendtraum ist. Einmal zerschlug ich für eine Szene ein Glas, was als nicht ganz ungefährlich angekündigt worden war und dann auch tatsächlich ins Auge ging. So hiess es dann Finger nähen, überschminken, weiterdrehen.
Künstlern wird zuweilen eine gewisse Schizophrenie nachgesagt, da sie die Privatperson wie auch den Künstler in sich vereinen. Diese Trennung wird oft unterstützt, indem das Künstler-Ich einen Namen erhält. Gibt es eine grosse Kluft zwischen deinen beiden Ichs? – Natürlich gebe ich mich gegen aussen nicht gleich wie zu meinen Freunden. Es gibt da keinen Unterschied zu irgendeinem Verkäufer, der seinerseits nicht sein Innerstes nach aussen kehren wird vor seiner Kundschaft (schmunzelnd). Wobei ich nicht so pervers bin, meine Hörer und Fans Kunden zu nennen. Und doch ist der BELA kein Alter Ego, sondern dem privaten BELA sehr ähnlich. Einfach mit Ausgrenzung gewisser Facetten wie dem Privatleben.
Bevorzugst du privat DIRK oder BELA? – Bela. Es gibt immer wieder Leute, die mich Dirk nennen, um das Gefühl zu bekommen, mir so näher zu stehen, eine intimere Beziehung mit mir zu haben als die Masse, für die ich der BELA bin. Ich möchte aber auch privat Bela genannt werden.
BELA LUGIOSI, der Schauspieler, welchem du auch deinen Vornamen verdankst, hat als Letztes in einer Produktion von ED WOOD, dem offiziell schlechtesten Regisseur, gedreht. – Nein, er hat eigentlich nicht mit ihm gedreht. Er war mit ihm befreundet. ED WOOD hat für seinen Film private Aufnahmen verwendet.
Meine nächste Frage basiert auf der Annahme, dass er – wie es auch im Dokumentarfilm dargestellt wurde – selbst mitgespielt hatte und während der Dreharbeiten starb. Offensichtlich nicht gerade das erstrebenswerteste Karrierenende. Du brauchst ja eigentlich nur mit dem Finger zu schnippen und wirst immer jemanden finden, der mit dir mitzieht und dir – da BELA B. – gerne bei der Auslebung deiner Ideen behilflich ist. Wirst du eher toleranter im Alter, um doch deine Träume und Leiden­schaften weiter ausleben zu können, wenn auch in weniger attraktive Settings, oder würdest du dich lieber zurückziehen? – Also, eigentlich fühle ich mich noch gar nicht in dem Alter, in dem ich mir solche Fragen stellen muss. – Das bist du auch nicht. Und doch ist es gut, sich mit dem Gedanken zu befassen. – Ach so. Es gibt ja zahlreiche in der Öffentlichkeit stehende Personen, welche ihre Stunden in der Sonne abgesessen haben, was auch zu sehen ist, und welche dann als Moderatoren irgendwelcher Shows ihr Comeback feiern. Was auch gut ist, denn jenen verdanke ich es, dass sie der Boule­vardpresse genügend Futter geben und ich so mein Privatleben gut für mich behalten kann. Dies schwebt mir keineswegs vor. Wie sagt man so schön: In Würde altern. Ich bewundere da Künstler wie JOHNNY CASH. Sein Album «The Man Comes Around», welches er mit 71 Jahren rausgegeben hat, erachte ich als eines seiner stärksten.
Also am liebsten noch einmal den eigenen Zenit überschreiten und dann quasi auf der Spitze aufhören? – Eher den Tiefgang, welchen man durch das Erlebte enthält, nochmals ausloten.

Die Karikatur ist fertig. BELA be­trachtet sie ein Weilchen, ohne die Mimik zu verzerren. «Ich wür­de mich jetzt erkennen. Die Nase, die hohe Stirn...» – Ein gutes Zei­chen, dann bist du also im Rei­nen mit dir selbst.

Schlussfrage: Du wärst doch der ideale Politiker. – (BE­LA ist leicht verlegen) Meinst du? – Du bist redegewandt, attrakt... – Redegewandt? – Du weisst dich sehr wohl auszudrücken und das weisst du! Und dann bist du eine populäre Person... – Ich sehe mich nicht als dazu befähigt. Gelegentlich vertrete ich Anliegen von ATTAC (BELA ist Mitglied der globalisierungskritischen Be­wegung ATTAC), weil man mein Gesicht kennt und ich über die Ausstrahlung verfüge. Für mehr fehlt es mir am notwendigen Hin­ter­grund. Zudem wird immer gross geklagt, es würde nicht genügend politisiert von Seiten der Wähler, aber ich sehe das auch so bei Politikern. Die vertreten gar nicht mehr wirklich ihre Ansichten, fügen sich dem Druck der Parteien. Wie selten wird umgesetzt, was noch im Wahl­kampf versprochen wurde! – Aber genau dir könnte dies offen stehen, da du als bekannter Künstler mit eigenwilliger Meinung viele für deine Ansichten begeistern könntest. – Mag sein. Aber Politiker von heute sind meist sowieso keine schillernden Persön­lich­keiten oder Exzen­triker mehr, sondern eher fahle Ge­stalten.

Es ist Zeit zu gehen, der nächste Interviewer hat das Sitzungs­zimmer bereits betreten. BELA bedankt sich für das Bild. «Und komm ans Konzert.» – Ja, dieser Abstecher dürfte sich tatsächlich lohnen.
Und wenn’s dieses Mal nicht klappt, werde ich warten, bis das Album «Vitamin B» erscheint, in welchem uns BELA erklärt, wo er all seine Energie schöpft.


Album: «Code B» (Sony)
Live: 28.11. Zürich, Alte Börse
www.bela-b.de