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People
CHRISTIAN TSCHANZ
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 09. October 2009
christian-tschanz1.jpgVor zwei Jahren war er noch mit deutschen und französischen Liedern unterwegs, doch die Reaktionen der Deutschschweizer auf die einfachen Texte und seine Bassstimme waren gemischt. Erfolg hatte der Thuner, der seit Jahren in Avenches lebt, mit dem Welschen. Ja sogar die Franzosen schlossen ihn ins Herz, was angesichts der Krise des französischen Popschaffens nicht erstaunt. Nun liegt also der Zweitling vor. Die zehn Lieder sind einfacher Pop, auch für das Radio. Sie werden CHRISTIAN TSCHANZ weiterbringen, da sie sich in die Reihe der Welschen Chan­sons einfügen, die zwischen Kantigem und Romantischem hin und her pendeln. Sie klingen leicht, die Musik übertönt oft die Stimme, die nicht sehr abwechslungsreich vorträgt. Es ist guter Pop ohne Firlefanz, mit wenigen zeitgenössischen Einflüssen, aber immer wieder gerne gehört, da eingängig. Ob der fünffache Vater damit das Erbe STEFAN EICHERs an­tritt? Könnte durchaus sein.

Album: «En couleur» (Disques Office)
www.christiantschanz.ch
 
NILS ALTHAUS
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 09. October 2009
VOM SCHLÄGER ZUM KOMIKER

nils-althaus.jpgPlötzlich vor zwei Jah­ren war NILS ALTHAUS da und schnell medial überall dank dem Film «Breakout», wo er ei­nen Schlägertypen ge­spielt hat. Als Mann aus reichem Haus hatte der ehemalige Bio­chemiker Mitte zwan­zig zur Kunst gefunden, die ihm auch ohne Ausbildung ein Einkommen gebracht hat. Als einer der wenigen kann ALTHAUS von seiner Kunst leben, steht nicht tags hinter der Kasse und nachts auf der Bühne, obwohl keiner seiner Filme oder die CD ein kommerzieller Grosserfolg war. Mitte März wurde «Aend­lech», seine zweite CD, im LA CAPELLA Bern aufgenommen. Sie kommt mit einer selbstbe­wussteren Haltung als das Debüt als Live-CD mit viel Interaktion zwischen Sänger und Publikum auf den Markt. NILS' Sinn für komische Situationen ist der rote Faden durch die vierzehn Mundartlieder, die zwischen Satire, Komik (BRITNEY-SPEARS-Cover auf Bern­deutsch) und Humor angesiedelt sind. Sein Gesang ist keine Wohltat, er betont die Worte oft wie Befehle. Das tönt wie ein singender Chef. Positiv ist die Mischung zwischen Schen­kel­klopfer und geistreichem Witz. Doch lachen im Saal ist halt schöner als alleine zu Hause und so ist «Aendlech» mit seinem Verzicht auf technischen Schnickschnack eher die Auf­forderung, ans Livekonzert zu gehen, als eine Stunde Klein­theaterstimmung zu hören, denn auf der kommenden Tournee unterstreicht NILS ALTHAUS, der gerade von einem Clownkurs in Paris kommt, den Narr in sich, der mit einem lachenden und einem zwinkernden Auge aufzeigt, wie lustig eigentlich der Schweizer Alltag ist, wenn man wie er ein Auge für die Unzulänglichkeiten der Bürger hat.

NILS ALTHAUS, Album: «Aendlech»
www.nilsalthaus.ch

 
DEBORAH MARCHETTI
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 09. October 2009
STARKE ZUGERIN AN DER VIOLINE

deborah-marcchetti.jpgKlar, wenn eine Frau so talentiert ist wie die italienisch-schweizerische Doppelbürgerin DEBO­RAH MARCHETTI, stellt sich für sie die Frage, wie im Heer der Klassiker Erfolg zu haben, nicht. Aber wie im Pop, so ist auch die Klassik ein Haifisch­becken und es braucht neben Talent viel Stand­vermögen und Glück, wenn eine Schwei­zerin internationalen Erfolg haben will. Nachdem MARCHETTI aber bereits mit 13 Jahren als Solistin des Orchesters des KONSER­VATORIUMs ZÜRICH mit VIVALDIs Vier Jahres­zeiten auftrat und 2002 als jüngste Teilnehmerin mit dem internationalen BÉLA-BARTÓK-Preis im Fach Violine in Wien ausgezeichnet wurde, war alles klar. Ihre solistische und kammermusikalische Konzert­tätig­keit führte DEBORAH MARCHETTI vo­ran nach Frankreich, England, Italien, Deutsch­land, Japan und in die USA. Neben ihrer internationalen Kon­­­zert­tätig­keit zieht es die junge Zugerin aber wieder in die Heimat, wo sie gerade die CD «Weisse Nächte» mit russischer Violinmusik veröffentlichte und in der Zür­cher Tonhalle zu­sam­men mit dem SYMPHONISCHEN ORCHESTER ZÜRICH zum 50. To­des­tag von ERNST BLOCH ein Konzert geben wird.

DEBORAH MARCHETTI; Album: «Weisse Nächte» (Sony)
Live: Fr 30.10., TONHALLE, Zürich
www.deborahmarchetti.ch
 
ROMAN WIEDEMAR
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 09. October 2009
EIN SPANISCH-BERNISCHER OHRENÖFFNER

roman-weidemar.jpgWährend bei uns die Temperaturen kühler werden, beginnt über der Weite Andalusiens der Spät­sommer. Doch die Sonne Spaniens trägt ROMAN ARTHUR WIEDEMAR sowieso immer im Herzen. Schliesslich hat er in Jerez und Granada Flamenco studiert. Doch beim Anhören von «Todas las Guapas» würden Traditionalisten die Nase rümpfen, erklingen doch neben der Gitarre, eine Flöte, eine Geige oder ein Akkor­deon, aber nirgends ist ein schwer verzerrter Gesang zu hören. Der Interlaker hatte den Mut, neue Klangmuster in einer zum Klischee verkommenen Volksmusik zu schaffen. Er wollte sich keinem Stil verpflichten, sondern spielt einen Flamenco, der seiner Realität und dem offenen Ohr in der Schweiz entspricht. Es ist eine Musik zum Fühlen, ein Weichspüler ohne intellektuelle Draht­seilakte. Flamenco, Jazz und World Music geben sich die Hand in dieser ungewohnten Instru­mentierung, die aber gerade deswegen die Leich­tigkeit des Seins in sich trägt.

ROMAN WIEDEMAR, Album: «Todas las Guapas»
 
MODE SPECIAL 10-2009
Geschrieben von Markus Tofalo, Christine Kern, Martina Helg   
Friday, 09. October 2009
HERBSTMODE:
VON KUSCHELIG BIS ELEGANT

Die kühleren Tage sind angebrochen und wir stecken schon mitten drin im windig-kalten Herbstwetter. Damit wir es in den kommenden Monaten trotzdem kuschelig und warm haben, greifen wir gerne auf die neusten Kleiderstücke zurück, welche nicht nur praktisch, sondern auch total angesagt sind. Angefangen bei sportlichen Sneakers und Kaputzenjacken bis hin zu eleganten Kleidern, Smokings für Frauen sowie Blusen und Lederjacken, ist für jeden etwas dabei.
Passend zum Herbst tauchen viele Stücke in dunklen und natürlichen Farben auf. Diese wirken besonders gut mit frischen Farbakzenten; beispielsweise mit auffälligen Schuhen oder Taschen. Besonders grosse Stricks sind sowohl für Frauen als auch für Männer modisch ganz vorne mit dabei, sei es nun als Mütze, Schal oder Pullover. Lederjacken in allen Variationen sind robust und elegant zugleich.
Die Männerwelt setzt vor allem auf dunkle Boots, Karohemden, lässige Jackets sowie Jeans mit Vintage-Washings. Damen hingegen bevorzugen Kleider, welche in der kalten Jahreszeit mit Leggins getragen werden. Aber auch Pelz in allen Variationen, beispielsweise als Weste, sowie Tunikas gehören zum Stilstatement. Für die Füsse gibt es ebenfalls ein modisches Highlight: Overknee-Stiefel lassen die Beine mit oder ohne Absatz lang und sexy wirken.


mehr-mode-10-09.jpg
 
THIS IS IT!
Geschrieben von Redaktion   
Friday, 09. October 2009
Konzertfilm; (Columbia Pictures)
USA 2009; Kinostart: 28.10.

this-is-it.jpgDer Film soll allen MICHAEL-JACKSON-Fans einen seltenen Blick hinter die Kulissen gewähren, während der Künstler die ausverkaufte Konzertserie entwickelte, kreierte und probte, die diesen Sommer in London hätte stattfinden sollen. Der Film umfasst die Monate von April bis Juni 2009 und setzt sich aus mehr als 100 Stunden Behind-the-Scenes-Material zusammen, das JACKO bei den Proben einer Reihe seiner Songs für die Show zeigt. Die Zuschauer sollen einen sehr privaten Blick auf JACK­SON erhalten und ihn erleben, wie sie ihn noch nie zuvor gesehen haben. Der Film fängt den Sänger, Tänzer, Filmemacher, Architekten und das Genie JACKSON in ungeschönten und aufrichtigen Momenten ein und zeigt, wie er seine letzte Show entwickelte und perfektionierte. – Einen faden Beigeschmack erhält das Ganze, weil JACKO nur zehn Shows machen wollte, letztendlich aber von seinem Umfeld mehr oder weniger zu 50 Shows gedrängt und überredet wurde.

Regie: KENNY ORTEGA; www.thisisit-film.de
 
CAPITALISM: A LOVE STORY
Geschrieben von Redaktion   
Friday, 09. October 2009
Dokumentarfilm; (Overture / Paramount Vantage)
USA 2009; Kinostart: 22.10.


capitalism.jpgNach der Offenlegung der Zustände im US-Ge­sund­heitswesen untersucht MICHAEL MOORE nun die Ur­sa­chen und Auswirkungen der globalen Finanzkrise. «Die­ser Film wird keine Lektion in Ökonomie», so MOORE gegenüber USA TODAY, «sondern eher ein Vampirfilm. Nur, dass sich die Hauptakteure nicht am Blut ihrer Opfer weiden, sondern an ihrem Geld. Und, wie es aussieht, bekommen sie nie genug davon.» MOORE hat sein Herz für diejenigen entdeckt, die die aktuelle Finanzkrise verursacht haben. Mit einem Spendenaufruf für die Vorstände diverser US-Banken wendet er sich jetzt auf seiner Webseite www.michaelmoore.com an die amerikanische Gesellschaft! – Kritiker sagen, dass MICHAEL MOORE nicht mehr ganz so bissig ist wie in seinen Anfangstagen, nicht zuletzt, weil der Dokumentarfilmer mittlerweile selbst zum Star avanciert ist und die meisten nicht mehr so unverblümt vor seiner Kamera plaudern.

Regie: MICHAEL MOORE; www.capitalismalovestory.com
 
THE UGLY TRUTH
Geschrieben von Matthias Haller   
Friday, 09. October 2009
DIE GANZE WAHRHEIT ÜBER MÄNNER

Jahrhundertelang haben sich grosse Denker über die unendlichen Weiten den Kopf zerbrochen, welche die männliche Weltsicht von der weiblichen trennen. Sie waren sich nicht sicher, ob wir jemals in der Lage sein würden, uns richtig zu verständigen. Für Mike Chadway, liegt die Antwort auf der Hand: Sei kein Idiot.

ugly-truth.jpgAbby Richter ist die ehrgeizige Pro­duzentin einer Morgenshow beim Fern­sehsender «A.M. Sacramento». Sie ist stolz darauf, für jedes Problem sofort eine Lösung parat zu haben – für jedes Problem, bis auf ihr unglückliches Singledasein. Was Verabredungen an­geht, blickt die stets kontrollierte Abby auf eine lückenlose Kette von Fehl­schlägen zurück. Nach einem Quoteneinbruch ihrer Show ist Abby gezwungen, mit dem frisch eingestellten «Sonderbeauf­trag­ten» Mike Chadway zusammenzuarbeiten, einem Mann, der sie in den Wahn­sinn treibt. Seine Sendung «Die nackte Wahrheit» verspricht auszuplaudern, wie Männer wirklich ticken. Mikes un­verschämt rasante, chauvinistische und locker flockige Art geht Abby so richtig gegen den Strich. Zu allem Übel wird er auch noch im Handumdrehen zum Quotenkönig, was seinen guten Stand im Sender zementiert. Dann trifft Abby ihren Nachbarn Colin: Er ist Arzt – und Single! Er ist alles, was Mike nicht ist: zuvorkommend und höflich und er steht nicht ansatzweise auf Muskeln spielen lassen. Diesmal will Abby nicht versagen. Auch wenn sie es hasst es zuzugeben: Sie braucht Mikes Perspektive aufs männliche Innenleben, um ihr Ziel zu erreichen. Mike trainiert also Abby, während Abby seine provokativen Verführungstheorien ausprobiert. Dabei fällt es den beiden wie Schup­pen von den Augen: So unterschiedlich sie auch sind – Männer und Frauen teilen die geheimsten Gefühle. Und könnte es sein, dass die echte Wahrheit darin liegt, Abbys und Mikes widerstreitenden Meinungen zu kombinieren?
Nach «P.S.: I love You» ist GERARD BUTLER, der als Spartanerkönig in «300» den Durchbruch schaffte, erneut in einer romantischen Rolle zu sehen. Als seine Gegenspielerin tritt KATHERINE HEIGL auf, die den meisten wohl vor allem aus der TV-Serie «Grey’s Anatomy» bekannt sein sollte. Nach dem Ende der Ärzteserie scheint es so, als ob HEIGL sich als Einzige komplett vom TV-Format lösen kann. Sie fühlt sich mittlerweile sichtlich wohl in leichten und beschwingten Komödien. So ist das Darstellerpaar der beste Beweis dafür, dass es mit Frauen und Männern eben doch klappen kann.


Komödie; (Columbia Pictures) USA 2009
Kinostart: 1. Oktober
Regie: ROBERT LUCETIK
Darsteller: KATHERINE HEIGL, GERARD BUTLER, ERIC WINTER, JOHN MICHAEL HIGGINS
Dauer: 96 min
Web: www.nacktewahrheit-derfilm.de
 
SEVEN
Geschrieben von Corinne Sutter   
Friday, 09. October 2009
«DAS OUTFIT GIBT MIR SICHERHEIT»

Am 17. September begeisterte SEVEN mit seiner Band an einem Showcase im Zür­cher HARD ONE nicht nur mit seiner souligen, «schwarzen» Stimme, sondern auch mit viel Stilsicherheit in Sachen Mo­de. Das TREND MAGAZIN begrüsste das neue Aus­hänge­schild des Schweizer Mode­labels PAUL KEHL morgens um 8:30 Uhr zum Inter­view.

seven.jpgTREND MAGAZIN: Wie viel trägt Kleidung zu deinem Wohlbefinden bei? – Es ist eher umgekehrt, dass ich mich je nach Wohlbe­finden unterschiedlich anziehe. Es gibt Tage, an welchen ich weniger auffallen möchte, mich hüte, grelle Elemente anzuziehen, um unerkannt einkaufen gehen zu können.
Du hast eine Stilberaterin. Daraus schliesse ich, dass dir bewusst ist, dass das Aussehen in der Musikszene eine wichtige Rolle spielt. Hast du die Wichtigkeit des Aussehens einmal kritisch reflektiert? – Mir geht es persönlich nur darum, eine gute Show, guten Sound zu machen. Dass da das Outfit eine Rolle spielt, ist klar. Und wenn Teenies kreischen, so hat das weniger mit dem Aussehen eines Künstlers zu tun, denn mit dem Stempel «berühmt», welcher an ihm haftet.
Wie muss man sich die Zusammenarbeit mit deiner Stilberaterin vorstellen? Rufst du sie vor dem Gig an und fragst, ob eine bestimmte Kombination okay sei? – Nein, ich habe da ganz klar meine Freiheit. Sie zeigt mir vor allem, was gerade aktuell ist, gibt neue Inputs, was ich anprobieren könnte und wo ich mir die Teile besorgen kann. Mittlerweile verfüge ich so auch selbst über viel Wissen. Der Band allerdings richtet sie vor den Auftritten die Outfits eins zu eins. Ich versuche dann, einen Gegenpol zu bilden.
Wie gross ist der Anteil von «Verkleiden» beim Umkleiden für die Bühne? – Der ist ganz klar vorhanden. Auf der Bühne bin ich zwar ich selbst, aber sicher eine mutigere Version von mir. Das Outfit gibt mir Sicherheit. Am Vorabend bin ich rund  zwei Stunden damit beschäftigt, minutiös alles zu packen. Wenn ich mich dann umziehe, ist das ein Part der mentalen Vorbereitung für die Bühne.
Du bist das Aushängeschild des Labels PAUL KEHL. Wie war deine Reaktion auf diese Anfrage? – Ich habe mich natürlich gefreut, da es sich bei PAUL KEHL um einen national bekannten Namen handelt. Auch ich bin überzeugt, den Stil gegen aussen gut zu repräsentieren, da ich gerne klassische Kleidung mit etwas ausgeflippteren Elementen kombiniere.
Du hast 2000 die Matura in Bern abgeschlossen. Stand zu irgendeinem Zeit­punkt die Möglichkeit eines Studiums in Aus­sicht? – Nach der Matura war ich erstmal 80% in einem Schuhgeschäft beschäftigt und bin innerhalb der «andern» 80% diversen Tätig­keiten nachgegangen, welche sich alle auf dem Spielfeld Musik abspielten. Ich hatte mir mit dem Lohn ein Büro mieten können und vom Booking über Konzert­organisa­tionen bis T-Shirt-Drucken zahlreiche Dienst­leistungen angeboten. Aus diesem Betrieb resultierte mittlerweile eine GmbH. In dieser Zeit habe ich ein grosses Netzwerk geflochten. Dies jedoch nicht kalkulierend. Bis heute ist dies für mein Schaffen und Bestehen als Musiker enorm wichtig. Hätte dieser Weg allerdings nicht geklappt, wäre es wohl an die Jazz­schule gegangen, um mir als Lehrer meinen Le­bens­unterhalt zu finanzieren.
Viele träumen den Traum des Musiker-Daseins, nur wenigen ist das Privileg vorbehalten, ihn auch zu leben. Brauchte es viel Selbstvertrauen, diesen Schritt zu wagen? – Für mich als Sohn eines Musi­kerpaares war das niemals ein Schritt, sondern das Nor­malste, was es gibt. Für mich ist es daher viel spezieller und bewundernswerter, wenn je­mand beispielsweise Bäcker wird. (Da ich meine Brötchen niemandem zumuten wür­de.) Nur ist man als Musiker exponiert, weshalb dieser Beruf von aussen immer wieder auf Be­wun­de­rung stösst.
Dein Vater ist professioneller Tenor, deine Mutter Pianistin. So bist du bereits als Kind in den Genuss von Musikunterricht gekommen. Hast du auch klassische Gesangs­stun­den erhalten? – Ja, unumgänglich. Wenn der Va­ter ein Stockwerk über dir täglich Stun­den erteilt, kommt das einem 100%-Studiengang gleich. Was mich meine Eltern lehrten, waren das richtige Atmen wie auch die Haltung. Den Rest habe ich mir, seit ich als Neunjähriger erstmals in der Band meines Bruders sang, autodidaktisch angeeignet. Mich reizte immer, was ich noch nicht konnte – auf dem Spielfeld Musik – weshalb ich mich auch künftig laufend weiter- und in neue Richtungen ent­wickeln werde.


Album: «Like a Rocket» (Nation)
www.sevensoul.ch
 
MARVIN
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 09. October 2009
marvin_foto_01.jpgSind diese vier Männer von MARVIN alle frisch verliebt oder hat Madame Muse im freiburgischen Heitenried ih­nen alle Schranken geöffnet? Es grenzt schon an Scham­lo­sig­keit, wie clever MARVIN alle Tricks des Pops anwenden, um jeden Song zum Hit zu ma­chen. Zusammen mit dem Er­folgs­pro­duzenten GREG HA­VOR (ME­LA­NIE C, MANIC STREET PEACHES) wurde im englischen Tetburg auf dem Zweitling «Super Constellation» jede Kante geschliffen, damit junge und ältere Hörer die Harmoniebögen mögen, dass jeder der zwölf Songs mit der glasklaren Stimme von STEFAN SCHMID sich in der Ohrmuschel kurz festsetzt, nicht schmerzt, an die Vertreter des Britpop der ’90er oder noch eher an die Fab Four erinnert. Diese Platte wagt kein Experiment, wird aber MARVIN in Frankreich, wo sie schon mit dem Debüt einschlugen, als Popper bestätigen und hier für jeden Konzertveranstalter ein Garant auf Erfolg sein, denn auch Eltern in Begleitung ihrer Liebsten werden sie interessant finden. Toll, die Schweiz hat wieder einen Everybody’s Darling, weil auch jede Teenieband MARVINs Pop spielen könnte.

Album: «Super Constellation» (TBA)
www.marvin-the-band.com
 
THE RAMBLING WHEELS
Geschrieben von Markus Tofalo   
Friday, 09. October 2009
the-rambling-wheels.jpgMit lautem Gute-Laune-Postpunk-Rock bringen die RAMBLING WHEELS jedes Bein in Bewegung – eine Mischung aus THE CLASH und FRANZ FERDINAND. Krachende Gitarren, ein frecher Auftritt, satte Beats, garniert mit feinen bis grellen elektronischen Klängen. Dazu einfache Melodien, die bleiben. Möglich, dass eine Sechziger-Boyband heute so klingen würde. Gutes Handwerk, Spielfreude und eine Erscheinung, die manches Schmunzeln hervorruft, hat das Trio an ca. 150 Konzerten in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich und in England bewiesen – und bei einigen davon auch Jurys und Publikum von sich überzeugen können, denn an Auszeichnungen mangelt es ihnen nicht: «Mycokemusic», «Soundcheck» 2008, «Caprices Festival» 2005, «Mont-Soleil» 2004.

Album: «Furry Tales» (SR / K-tel, ab 9.10.)
www.theramblingwheels.ch