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Entdeckungen
UNDERGROUND FASHION
Geschrieben von Markus Tofalo   
Friday, 03. April 2009
20  JAHRE DEM TREND VORAUS

Begonnen hat er mit einem kleinen Laden im Untergrund bzw. in einem Keller in Amriswil. Heute führt SALVA NONNIS zwei Trendboutiquen, ist zum Grosshändler gewachsen und Experte für ausgefallene Clubwear.


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MODE SPECIAL 04-2009
Geschrieben von Christine Kern   
Friday, 03. April 2009
MODE FRÜHLING/SOMMER:
JETZT WIRD’S BUNT

In diesem Frühling und Sommer gibt’s in Sachen Farben keine Tabus. Frauen setzen vor allem auf auffällige Farbtöne. Auch die Männer bekennen Farbe und kommen vor allem in verschiedensten Blau­tönen voll auf ihre Kosten. Für die Damen- und Herrenwelt gilt: Der Marine-Look ist moderner denn je!


mode-intro.jpgStreifen und Punkte, speziell in Blau und Weiss, stehen dieses Jahr wieder ganz oben auf der Trendliste und sind mit coolen Details wie Goldknöpfen, Schnallen oder goldenen Accessoires der Hingucker. Für beide Geschlechter gilt: Floral- und Comicprints sind total in und finden sich auf Shirts und kurzen Hosen wieder.

Die Mode in diesem Sommer wird besonders auffällig und man ist offen für verschiedenste Looks. Frauen hüllen sich in Tunikas, lange Hippiekleider, orientalische Stoffe, Miniröcke und Leggins. Jeans können tief und eng oder auch etwas weiter im Boyfriend-Style getragen werden. Die Taille wird mit breiten Gürteln betont, die Beine mit Pumps oder Römersandalen. Letztere kommen diesen Sommer mit glänzenden Steinen und Verzierungen daher und sehen als High-Heel-Version genauso sexy aus wie als flache Treter. Tendenziell kann fast alles kombiniert werden – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, solange es betont feminin bleibt. Absolute Must-Haves sind Accessoires wie grosse Ohrringe, üppige Halsketten, klimpernde Armreife, knallige Taschen, grosse Sonnenbrillen sowie Halstücher, die in allen Farben und Variationen getragen werden.

In der Männerwelt geht es hingegen besonders lässig zu, man verabschiedet sich von engen Hosen und trägt sie eher baggy, dafür mit verschiedensten Waschungen, die Akzente setzen. Hoodies, Karo-, aber auch Streifenhemden runden den lässigen Stil zusammen mit kultigen Poloshirts ab. Für die heissen Tage warten bereits Bermudashorts in einer riesigen Farbpalette und mit sommerlichen Motiven. Viele Stücke sehen nicht nur sommerlich aus, sondern fühlen sich dank luftigen Materialien wie Baumwolle und Leinen auch so an. Mann sieht auch besonders chic aus mit den schmal geschnittenen Anzügen in sommerlichen leichten Weiss- und Grautönen.
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DUPLICITY
Geschrieben von Matthias Haller   
Friday, 03. April 2009
Thriller; (Universal) USA 2009
Kinostart: 30.4.

duplicity.jpgDie Wirtschaftsspione Claire Stenwick und Ray Koval können auf eine heisse Affäre miteinander zurückblicken. Doch was sie jetzt zusammenhält, ist eher die Aussicht auf eine gigantische Beute als gegenseitiges Vertrauen. Gemeinsam planen sie den perfekten Coup und machen sich mit ihrem Insiderwissen daran, ihre eigenen Auftraggeber in ganz grossem Stil auszunehmen. – Nach «Closer» stehen CLIVE OWEN und JULIA ROBERTS be­reits zum zweiten Mal gemeinsam vor der Kamera. Die Chemie zwischen den beiden scheint zu stimmen, und so wird der Film auch vor allem durch seine spielfreudigen Darsteller getragen. PAUL GIAMATTI liefert einmal mehr eine tolle Performance als verbissener Firmenboss ab. Niemand regt sich so herrlich auf wie er. Regie führt TONY GILROY, der mit «Michael Clayton» sein gefeiertes Regiedebüt gab.

Regie: TONY GILROY; Darsteller: CLIVE OWEN, JULIA ROBERTS, PAUL GIAMATTI, CARRIE PRESTON, TOM WILKINSON; www.duplicity-film.de
 
X-MEN ORIGINS: WOLVERINE
Geschrieben von Matthias Haller   
Friday, 03. April 2009
Action, Thriller, Fantasy; (Fox) USA 2009
Kinostart: 29.4.

wolverine.jpgDas erste Spin-off der «X-Men»-Reihe beleuchtet die jungen Jahre von Logan, der später als Wolverine (z.Dt. Vielfrass) bekannt wird. Im Film trifft er auf den fanatischen William Stryker, der Mutanten gefügig machen will, um sie für seine Privatarmee zu rekrutieren. Ihm hat Logan auch sein Stahlskelett und sein Markenzeichen, die ausfahrbaren Krallen, zu verdanken. Als der Mutant Victor, der in die Geschichte als Sabretooth eingehen wird, Logans Freundin tötet, sinnt der auf Rache und wendet sich von Stryker und seiner Truppe ab. – HUGH JACKMAN sah so viel Potenzial in der Story, dass er auch gleich als Co-Produzent mit eingestiegen ist. Eigentlich sollte Effektkinospezialist ZACK SNYER («Watch­men») Regie führen, doch JACKMAN setzte sich durch, und so darf nun GAVIN HOOD («Tsotsi») für den nötigen Tiefgang der Figuren sorgen.

Regie: GAVIN HOOD; Darsteller: HUGH JACKMAN, LIEV SCHREIBER, RYAN REYNOLDS, DOMINIC MONAGHAN, LYNN COLLINS, DANY HUSTON;  www.x-menorigins.ch
 
PAUL WALKER
Geschrieben von Dominique Zahnd   
Friday, 03. April 2009
BLONDIE MIT KÖPFCHEN

Frauenschwarm PAUL WALKER (35) löst auch im vierten Teil der «Fast-&-Furious»-Serie tiefe Seufzer bei der Frauenwelt aus. Aber was treibt der Autosammler aus California privat? Er hat es dem TREND MAGAZIN verraten – exklusiv.


paul-walker.jpgStoppelkurze, blonde Haare. Dreitagebart. Stahlblaue Augen. Und ein strahlendes Lächeln. PAUL WALKER giesst sich neben mir am reichhaltigen Frühstücksbüffet in einem Kölner 5-Sterne-Hotel einen frischgepressten Orangensaft ein. «Auch ein Glas?», fragt er. Höflich ist der Hollywoodstar also auch noch. WALKER ist nach Deutschland gereist, um die Werbe­trommel für seinen neuen Film «Fast & Furious» zu rühren. Dabei entpuppt sich der Schauspieler als ungewöhnlich ehrlich. «Am Anfang wusste ich nicht, was ich von diesem Film halten soll. Ob er mir gefällt – oder nicht», sagt er. Die überschwänglichen Reaktionen der Fans im Internet haben ihn schliesslich versöhnlich gestimmt. «Jetzt muss ‹Fast & Furious› nur noch der breiten Masse gefallen.» Der Zielgruppe wird er das sicher. Denn das Handlungsgerüst ist dasselbe geblieben: Coole Jungs messen sich in schnellen Flitzern – und sexy Mädels feuern sie dabei an.

Erst sein Mitwirken in der Adrenalin-Serie hat PAUL WALKER zu einem Star gemacht. Den temposüchtigen Undercover-Cop Brian O’Conner spielte er erstmals 2001. Wie hat er sich auf den aktuellen Dreh vorbereitet? «Ich sage ein paar Sätze, ich fahre Auto. Diese Rolle verlangt keine lange Cha­rak­terstudie», sagt WALKER und grinst. Wer nun denkt, der Californier hätte die Filmerei nicht genossen, täuscht sich. PAUL freute sich sehr auf ein Wiedersehen mit der originalen Besetzung aus Teil eins: VIN DIESEL, MICHELLE RODRIGUEZ und JORDANA BREWSTER. Vor allem mit Co-Star DIESEL versteht er sich prima. «Wir kommen gut miteinander aus, weil wir verschiedener nicht sein könnten. VIN ist sehr genau und will alles kontrollieren. Ich hingegen möchte einfach nur, dass sich alle um mich herum miteinander verstehen», sagt WALKER.

Der Schauspieler hat schon in den verschiedensten Genres begeisterte Kritiken eingefahren – vom sexy Tauchabenteuer «Into the Blue» (neben JESSICA ALBA) über EASTWOODs Kriegsfilm «Flags of our Fathers» bis hin zum nervenauf­reibenden Thriller «Running Scared». Dennoch sind WAL­KERs Tage als Schauspieler gezählt – dafür laufen seine Nebenjobs einfach zu gut. Ihm gehört unter anderem eine Autowerkstatt, die Rennwagen für AUDI, BMW und PORSCHE baut. «Wir haben ein eigenes Rennteam», schwärmt der PORSCHE-Sammler. Ausserdem ist der lei­denschaftliche Surfer und ehemalige Meeresbiologe in der Forschung tätig. «JACQUES COUSTEAU ist mein Vorbild», sagt PAUL WALKER. Der Schauspieler arbeitet mit einem Freund zusammen an einem Projekt, bei dem sie das Paarungs- und Fressverhalten von Weissen Haien studieren. Die Zwei waren erst vor Kurzem in der Karibik und haben dort mehrere Weisse Haie gefangen und Sender an ihnen befestigt. Dann sind Haie also keine Monster? «Oh doch», sagt der Hobby-Forscher. «Wenn ich mit ihnen tauche, jagen sie mir jedes Mal aufs Neue eine Scheissangst ein.»
 
FAST & FURIOUS
Geschrieben von Matthias Haller   
Friday, 03. April 2009
MIT ALTER CREW ZURÜCK ZUM ERFOLG?

Seit dem ersten «Fast & Furious»-Film wurde die Franchise durch Um­strukturierung des Plots kontinuierlich an den Baum gefahren. Die Story konnte kaum noch Zuschauer ins Kino locken. Jetzt will man es nochmals wissen und besinnt sich auf alte Tugenden.

fast_furious.jpgDie Handlung setzt acht Jahre nach dem ersten Teil ein. Ex-Knacki Dominic Toretto hat sich über die mexikanische Grenze abgesetzt und ist schliesslich in einer Strandbar in der Dominikanischen Republik gelandet, wo er versucht, ein normales Leben zu führen. Dies ist aber schier unmöglich, weil er weiss, dass ihm seine Verfolger noch immer auf den Fersen sind. Der tragische Tod eines seiner alten Bekannten bringt Dominic zurück nach Los Angeles, wo er auf seinen alten Spezi Brian O’Conner trifft, seines Zeichens nach wie vor ein Undercover-Cop. Als sich herausstellt, dass beide den gleichen Feind jagen, tut sich das ehemalige Dreamteam wieder zusammen gegen den soziopathischen Drogenboss, der die USA mit seinem tödlichen Produkt zu überschwemmen droht. Da Dominic und Brian auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen, fällt es ihnen nicht leicht, wieder ein Vertrauensverhältnis einzugehen, doch es bleibt ihnen nichts anderes übrig, wenn sie den Mann, der ihre kleine Familie bedroht, dingfest machen wollen. Um die Schmuggler zu infiltrieren, beweisen die beiden ihr fahrerisches Können, um einen Platz in den Reihen der professionellen Herointransporter zu ergattern. Nur die beiden Anführer des Kartells können Dom und Brian den benötigten Zugang erteilen, den sie brauchen, um auf ihre Fragen eine Antwort zu bekommen.
Als die alte Clique, darunter auch Dominics Schwester Mia, sich noch einmal zusammentut, merken sie schnell, wie sehr ihnen dieses Gefühl des familiären Zusammenhalts gefehlt hat. Für ihren ersten gemeinsamen Coup seit Jahren müssen sie nochmals all ihre Fähigkeiten vereinen und all ihr Können aufbieten und stossen dabei mehr als einmal fast an ihre Grenzen.

Man merkt es schon, in Sachen Story darf nicht allzu viel erwartet werden. Vielmehr dient die Geschichte als Aufmacher für eine Aneinanderreihung von spektakulären Stunts. Dabei versuchen die Macher weitestgehend auf Tricks aus dem Computer zu verzichten und bieten eine Verschrottungsorgie in guter Manier der alten Schule. Der Untertitel des Films «Neues Modell, Originalteile» bringt das Vorhaben von Regisseur JUSTIN LIN bestens auf den Punkt. LIN, der schon bei «The Fast & the Furious: Tokyo Drift» auf dem Regiestuhl sass, will die Franchise wieder an den Punkt zurückführen, der sie gross gemacht hat. Das beinhaltet neben der Machart auch die alte Schauspielercrew, angeführt von der glatzköpfigen Muskelbude VIN DIESEL. Der konnte in letzter Zeit keinen nennenswerten Kinoerfolg mehr vorweisen, und auch sein von Kritikern gerühmter Auftritt im Sci-Fi-Thriller «Babylon A.D.» wurde vom Publikum mehr oder weniger links liegen gelassen. Hier sollte allerdings nicht viel schief gehen, den DIESEL kann in seiner Paraderolle als bärbeissiger Haudegen wieder voll aufgehen. Ebenfalls wieder mit an Bord ist das Mannweib MICHELLE RODRIGUEZ, die zuletzt in der Hitserie «Lost» zu sehen war. Witzig ist, wie viel Persönliches die Schauspieler offenbar mit in ihre Rollen bringen. Als die Hauptdarsteller des Film kürzlich bei STEFAN RAAB auftraten, hätte man meinen können, die Filmcharaktere seien anwesend. Während VIN DIESEL es einfach nur geil fand, dass ihn die Leute überhaupt kennen und PAUL WALKER zusammen mit JORDAN BREWSTER eher ruhige Töne anschlug, drehte MICHELLE RODRIGUEZ voll auf. Sie spielt ja öfters Rollen, in denen eine wilde Kampfamazone gefragt ist, dafür muss sie sich offenbar nicht gross verstellen. Pikant: Vor Kurzem musste RODRIGUEZ wegen Trunkenheit am Steuer ein paar Tage im Knast absitzen. Das verleiht ihrer Rolle im Film natürlich zusätzliche Authentizität. Von RAAB darauf angesprochen, war ihr das Ganze aber sichtlich unangenehm, was sie aber nicht davon abhielt, weiter ordentlich Show zu machen.
Ordentlich Show wird wie gesagt auch im Film geboten. Die ersten bewegten Bilder versprechen spektakuläre Stunts, die es so noch in keinem der vergangenen Teile zu bewundern gab. Dass «Fast & Furious» das Actionkino neu erfindet oder gar mit einer tiefgründigen Geschichte überzeugen will, darf allerdings nicht erwartet werden. Für kurzweilige Unterhaltung, bei der man das Hirn auch gleich an der Kinokasse abgeben kann, taugt der Film aber allemal.


Action; (Universal) USA 2009
Kinostart: 9. April
Regie: JUSTIN LIN
Darsteller: VIN DIESEL,  PAUL WALKER, MICHELLE RODRIGUEZ, JORDAN BREWSTER
Web: www.fastandfuriousmovie.net

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CRIME & CANDYS
Geschrieben von Markus Tofalo   
Friday, 03. April 2009
DA HABEN SICH ZWEI  GEFUNDEN

Der eine ist DJ, mit entsprechender Club­erfahrung, der andere Studiotüftler. CHRIS CRIME und MIKE CANDYS haben sich vor sieben Jahren gefunden. Zusammen ergänzen sie sich zu beidseitigem Vorteil: CRIMEs Karriere steigt rasant an und CANDYS kann sich vor Aufträgen kaum noch retten.

crime_candys09.jpgMIKE CANDYS
DER MANN HINTER DEN CLUBHITS

MIKE CANDYS, eigentlich MICHAEL KULL, produziert seit über zehn Jahren Musik für sich und im Auftrag anderer Interpreten wie z.B. aktuell für ROSENSTOLZ. Seit einigen Jahren hat er sich einen besonderen Namen im Dancesektor geschaffen. Als MIKE CANDYS steht er als Produzent, Remixer oder teilweise auch als Songwriter hinter Tracks von mittlerweile fast allen grossen Schweizer DJs, darunter MR. P!NK, MR.DA-NOS, PAT FARELL, REMADY, MATT SIAZ, JAYBEE und auch DJ ANTOINE sowie CHRISTOPHER S, dessen aktuelles Album «Popular» gänzlich in seinem Studio entstanden ist. So gibt es kaum einen House­club in der Schweiz, wo nicht Produk­tionen von ihm aus den Boxen hämmern. CANDYS kann sich zurzeit aufgrund des enormen Erfolges seiner Produk­tionen vor Remix-Anfragen aus dem In- und Ausland kaum retten. Die Wartefrist beträgt zurzeit mehrere Monate, MIKE CANDYS arbeitet Tag und Nacht in seinem Studio in Oberglatt und tüftelt an Grooves, Breaks und Bass-Sounds. Sein Output ist daher auch beachtlich: Im Schnitt produziert er zwei neue Tracks oder Remixes pro Woche. Wochen­enden kennt der Workaholic kaum, er ist aber oft in Clubs an­zutreffen – halbgeschäftlich, wie betont. Halb­geschäftlich, weil er die Pub­likums­reaktionen testet. CANDYS: «Ich überlege mir selbstverständlich bei jeder Produktion schon im Studio genau, wann und wie das Publikum auf bestimmte Stellen reagieren könnte und sollte. Und dann muss ich das natürlich live vor Ort überprüfen. Das ist das tolle an Clubmusik: Man bekommt innert Sekunden ein ehrliches und knallhartes Feedback, ob ein Track funktioniert oder eben nicht.» Nicht immer war er so erfolgreich. «Ich muss gestehen, dass ich es früher mehrfach geschafft habe, mit meinen Produk­tionen Tanzflächen von rennommierten Clubs zu leeren. Die DJs jagten mich dann jeweils mit Schimpf und Schande davon.» Das sieht heute anders aus. DJs spielen seine Tracks nun gerne auch mal vor Release zu Testzwecken.

Ursprünglich war MICHAEL KULL vor allem im Popbereich tätig. Es war DJ CHRIS CRIME, der ihn vor sieben Jahren erstmals so richtig in die Houseszene einführte. Unter dem Na­men CRIME’N’CANDYS habe sie seither schon einige Releases vollbracht. Die beiden sind auch privat enge Freunde. 2007 bekam die Karriere von CANDYS nochmals einen riesigen Schub durch die enge Zusammen­arbeit mit CHRISTOPHER S. CANDYS: «Auch ihm habe ich sehr viel zu verdanken, da er vom ersten Track an, den ich für ihn produzierte, an mich geglaubt hat und meine Tracks in allen Clubs der Schweiz spielt.» Dank dem Berner spielte CANDYS nun plötzlich in der Topliga der Schweizer Houseszene mit. S warf CANDYS für sein Album «VIP» 2007 ins kalte Wasser. «VIP» erreichte Charts­platz 1. Das soeben erschienene Künstler­album «Popular» ist ebenfalls auf sehr gutem Weg in die Top Ten. 2008 produzierte MIKE CANDYS für MR P!NK den Track «What Is Love». Dieser wurde zum Clubhit im In- und Ausland und eine erfolgreiche Zu­sam­menarbeit mit dem Winterthurer DJ nahm ihren Anfang. Weitere Projekte mit Features von PALOMA WÜRTH bis PIERO ESTERIORE folgten und noch Etliches steckt im Köcher. MIKE CANDYS’ Tracks finden sich auf nationalen und internationalen Compi­lations und in den Top Ten der grössten internationalen DJ-Downloadportale. Durch einen Kontakt nach Deutschland wurde UNIVERSAL GERMANY auf den Remixer aufmerksam und fragte nach einem Überarbeitung für die aktuelle ROSENSTOLZ-Single «Blaue Flecken». Das Resultat begeisterte die Band dermassen, dass sie CANDYS beauftragten, von seinem Remix sogar noch einen Radio-Edit zu produzieren.

Durch die Zusammenarbeit mit allen prominenten DJs und dank seiner Produktionen wurden auch Booker und Clubs im In- und Ausland auf MIKE CANDYS als DJ aufmerksam. So kommt es, dass er immer häufiger auch hinter dem DJ-Pult anzutreffen ist. Für diesen Sommer 2009 hat er bereits mehrere Bookings als Hauptact in Russland, der Ukraine, Polen und Italien. In den letzten Monaten wurde MIKE CANDYS vom Erfolg seiner Produktionen fast überrumpelt. «Ich will aber natürlich das Beste aus dieser Situation machen und ar-beite daher hart, um zusammen mit meinen Partnern immer noch bessere und noch erfolgreichere Tracks zu produzieren.» Nach der Schweiz interessiert ihn natürlich auch die Welt, wobei ihm auch klar ist, dass ein Welthit nicht geplant und gestrickt werden kann. CANDYS: «Es gehört immer noch eine grosse Portion Glück dazu.» Aber wie heisst es so schön: Das Glück ist auf Seiten der Tüchtigen.


CHRIS CRIME
DER MANN MIT DER NASE FÜR HITS

Es sei schon mehrmals vorgekommen, dass CHRIS CRIME ihm einen Track vorgespielt hat, den er auf Anhieb eher unspektakulär fand, der jedoch dann ein halbes Jahr später ein Welthit wurde. So MIKE CANDYS über seinen langjährigen Freund, mit dem er auch viel zusammen produziert.
Den Ostschweizer als bescheiden zu be­schreiben, wäre sicherlich nicht ganz richtig. Seit Jahren arbeitet er zielstrebig an seiner Karriere, ist aber Realist genug, um zu wissen, dass sich der ganz grosse Durchbruch nie erzwingen lässt. CHRIS CRIME ist einer, der Gele­genheiten zu nutzen weiss, ohne Ellenbogen, sich Posi­tionen erarbeitet und sich selber nicht zu wichtig nimmt. Eine dieser Gelegenheiten war die Einladung, Teil von SIR COLINs PARK'IN PLACE-Team zu sein. Das funktionierte nicht, CRIME mag darüber nicht mehr sprechen. Viel wichtiger ist ihm die Produk­tionsarbeit mit MIKE CANDYS. Dieser ist denn auch voll des Lobes über den St.Galler. «CHRIS CRIME ist wohl einer der kreativsten und visionärsten DJs der Schweiz. Im Studio ist er rastlos und treibt mich an, immer neue Sounds zu programmieren. Das ist zwar bisweilen sehr anstrengend, doch schlussendlich bringt es mich immer wieder weiter und die Resultate sprechen für sich», sagt MIKE CANDYS. Eine solche Produktion ist «Ready or Not», gesungen von ANTONELLA ROCCO. Dieser Track schaffte es auf 25 Compilations weltweit und belegte über ein halbes Jahr diverse Charts. Auf JUNODOWNLOAD, dem grössten britischen Downloadportal) stand er auf Platz 34 der «Most wanted tracks ever»! Auch erfolgreich ist sein Remix von «La disco loca» von Partner MIKE CANDYS – auf DJDOWNLOAD und JUNODOWNLOAD Platz 2. Aktuell ist der Remix von «Your Touch» von CLUB 31 feat. JEREMY CARR. CRIME sichtlich stolz: «Eine hammer Nummer!» Der Titel ist soeben erschienen, Beachtung ist ihm gewiss. Ende April erscheint MR. P!NKs neue Single, versehen mit einem CHRIS-CRIME-Remix. Bis Ende dieses Jahres erscheinen etwa 15 weitere Titel des Duos CHRIS CRIME und MIKE CANDYS, Vorgeschmäcker gibt es auf seiner Website. CHRIS: «Wir geben also Vollgas!» Die beiden treten auch zusammen als DJ-Duo auf – als CRIME’N’CANDYS.

Als Solo-DJ ist CRIME seit Februar bei ARTISTCORNER.CH unter Vertrag, einem neuen Management, hinter welchem von der bekannte Veranstalter SADO («Kingshouse», «Starhouse») und CRIS PRESICCE stehen. Auch MR.DA-NOS und MR. P!NK werden von ARTISTCORNER betreut. Dass es unter diesen Umständen zu einer engeren Zusammen­arbeit unter diesen genannten DJs kommt, liegt nahe – CRIME ist dem ganzen Team deswegen denn auch dankbar. Eine Folge davon ist auch, dass CHRIS CRIME die nächste «Star­house»-Doppel-CD mitmixen wird, wo er schon an der «Starhouse»-Party nun Resi­dent-Status geniesst. Es geht aufwärts.

www.mikecandys.ch
www.chriscrime.ch



DAS ERSTE KÜNSTLERALBUM VON CHRISTOPHER S
«Never change a winning team», hat sich der Berner Star-DJ gesagt und setzt für sein erstes Künstler­album wieder auf MIKE CAN­DYS als aus­führ­enden Pro­du­zen­ten. Von Künst­­ler­­alben sprechen DJs, wenn die da­rauf enthaltenen Tracks ausnah­mslos von ihnen interpretiert werden. Dabei arbeiten die meisten Plattenleger im Studio mit Pro­duzenten zusammen, teilen denen ihre Vor­stel­lungen mit, oder lassen ihnen freie Hand und segnen ab.
CHRISTOPHER S setzt voll auf Elektropop. Als «Edler Ritter» lässt er sich im Intro rühmen, das Land von den bösen DJs zu erlösen, welche es immer wieder mit dem selben langweiligen Sound plagen. S übertrifft somit sogar die Laudatios seiner Kollegen ANTOINE und SIR COLIN. Als Ironie betrachtet, geht diese Selbstbeweihräucherung knapp durch. Die Musik ist aber tatsächlich kommerzieller, freundlicher und nicht mehr unter «House» einzuordnen, mit viele Coverversionen, u.a. «Gimme Gimme Gimme», «Ti Sento» oder «The Rhythm Of The Night». Die Handschrift von MIKE CANDYS ist unüberhörbar. Gastvocalisten sind neben der wieder engagierten Fannie Lüscher, ANTONELLA ROCCO, SANDRA WILD und  BRYAN ABEYWICKREME.
Eine gelungene Zusammenstellung, die – ausser dem «Ritter»- ausnahmslos Freude bereitet.

Album: «Popular»
(TBA, produziert von MIKE CANDYS)
www.christophers.c
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GIMMA
Geschrieben von Corinne Sutter   
Friday, 03. April 2009
GEZÄHMT?

Der unbequeme Bündner fährt nach seinen Hiphop-Sachen, dem OBK-Ausflug und dem literarischen Bucher-&-Schmid-Werk neuerdings auf der Popschiene. Er singt. Und es ist ihm ernst damit, wie er im Interview erzählt.

gimma_1583.jpgTREND MAGAZIN: Du singst ja neuerdings. Nimmst du Gesangsunterricht? – GIMMA: Ne, noch nicht. Aber diese Möglichkeit besteht durchaus, falls ich wieder einmal singen werde in einem nächsten Projekt.
Sind die Melodien von dir oder wurden sie dir vorgesungen? – Wir haben viele Stunden im Studio verbracht und dann verschiedenste Versionen ausprobiert. Es konnte höchstens mal vorkommen, dass der Produzent ROMAN CAMENZIND meinte, ich soll mal eine andere Linie versuchen. Ansonsten kamen die Ideen von mir.
Es gibt viele Künstler, die sind dann, wenn sie seelische Hochs oder ausgeprägte Tiefs leben, am produktivsten. Wie ist das bei dir? – Ich bin da eher der notorische Arbeiter. Meine Arbeitshaltung wird nicht von meinen Launen beeinflusst. Sogar gegenteilig: Wenn ich extreme Hochs oder Tiefs habe, lebe ich die in dem Moment aus und stürze mich nicht in die Arbeit. Es kann höchstens sein, dass durch den Beat eines Produzenten eine Emotion aus vergangener Zeit ausgelöst wird. Es ist ein grosser Unterschied, ob ich mit Beats von CLAUD, die von einer eher düsteren Stimmung geprägt sind oder zu poppigeren Beats von CAMENZIND arbeite.
Wie hast du früher Songs geschrieben, als du noch keine Produzenten hattest? – Ich habe das Glück, von Anfang an von Produzenten umgeben zu sein. Dies rührte wohl daher, dass ich mit grosser Euphorie zeigte, wie ernst es mir mit der Musik ist. Ich denke, es ist stark meiner offenen Art zu verdanken, dass ich gute Produzenten um mich scheren konnte.
Eine Marktwirtschaftliche Frage: Bestimmt bei deinem Schaffen die Nachfrage das An­gebot oder das Angebot die Nachfrage? – Es ist mir bestimmt wichtig, vielen zu gefallen. Und dennoch möchte ich einfach mein Ding durchziehen, meine Ideen ausleben, wofür ich mich auch aufs Glatteis begebe. Mit diesem Album riskiere ich natürlich, dass die Ironie nicht von allen meiner bisherigen Fans verstanden wird und ich somit Fans verliere. Gleichzeitig sind Songs wie Texte radiotauglicher geworden. Letztlich setze ich einfach meine Ideen um, der Verkauf der CDs ist dann Sache des Managements. Einen Flop zu landen, würde ich verkraften, da ich diesen nicht scheue, nur um zu gefallen.
Woher kommt die Idee zu diesem Album? – Sie ist wohl zum einen Teil ein Produkt meiner Rap-Depression. Das klingt jetzt etwas hart, aber ich war tatsächlich ziemlich «ausgerappt», weshalb für mich der Zeitpunkt für ein neues Projekt war. Ich finde es spannend, auf mehreren Bühnen zu tanzen und so eine ganze Bandbreite von Zuhörerschaft anzusprechen. Gleichzeitig lebe ich völlig verschiedene Seiten von mir selbst aus – je nach dem, ob ich nun mit BUCHER & SCHMID, OBK oder GIMMA performe.
Du singst «Es sind alles Hippies usserd i». Ich kann mir kaum vorstellen, dass du das auch meinst? – Diese Aussage wurde weitgehend falsch verstanden – insbesondere auch von Radiomoderatorinnen über 40 Jahre, die sich teilweise angegriffen fühlten. Ich habe aber nicht im Geringsten etwas gegen Hip­pies und bin wohl (auch ohne zu kiffen) auch selbst einer. 
Deine Melodien sind zahmer geworden. Folgt als nächstes ein reines Popalbum? – Es ist bei mir so, dass ich nie nur ein Album mache innerhalb eines Projektes. Es wird auf jeden Fall ein weiteres kommen. Ich werde dann mehr auf CAMENZINDs Ideen eingehen, zu mehr Kompromissen bereit sein. Diesmal konnte ich teilweise ziemlich stark auf meinen Vorstellungen beharren, was aber auch begründet ist. Ich wollte und konnte nicht einen zu krassen Übergang machen vom bisherigen Sound zum neuen Album. Einige Zeilen mussten einfach rein.
Dann wird das nächste Album also «braver»? – Dies ist durchaus möglich. Auf alle Fälle habe ich mittlerweile viel an Selbstvertrauen zugelegt, bin gelassener, zufriedener mit
meinem Leben und nicht mehr mit dem Ner­ven­bündel von früher zu vergleichen.
Last but not least: Wie so gängig im Hiphop kriegen immer wieder mal Promis, Chefs oder Feinde ihr Fett weg. Wie sind so die Reaktionen der Betroffenen? – Das ist völlig unterschiedlich. Bei einigen meine ich das Gesagte und es ist mir auch völlig egal, was die darüber denken. Es kam aber auch schon vor, dass ich mich bei einer Band entschuldigte, welche noch nicht mal gewusst hatte, dass ich sie erwähnt hatte. Diese hat sich dann sogar darüber gefreut. So auch CA­MEN­ZIND, der gar selbst verantwortlich ist für die Zeile «du wötsch dä DIETER BOHLEN, do, ROMAN CAMENZIND».


Album: «Hippie» (Phonag)
Live siehe Seite 82
www.gimmasworld.ch

 
MODERN DAY HEROES
Geschrieben von Juerg Kilchher   
Friday, 03. April 2009
modern-day-heroes.jpgMomentan könnte man meinen, die Generation der Jungen sei eine ohne Zu­kunft und die Krise sei nur mit Casting­shows für den Ruhm für ein Jahr zu überwinden. MODERN DAY HEROES aus Biel möchte zwar auch ins Schein­werferlicht, aber mit Talent und ohne TV. «The sun never sets in the land of cool» ist das Debüt, auf das nach dem Gewinn der «Demotapeclinic» 2006, dem Sieg von «MYCOKEMUSIC Soundcheck» und einer Open-Air-Tournee hingearbeitet wurde und das nun europaweit erscheint mit rockigen Gitarren und der Stimme von SERGE CHRISTEN, dem Schlagzeug von HEINZ BAUMANN und dem Bass von YES FONTANA. Und schon nach den ersten Klängen steht fest, hier läuft die Party, hier werden die Fenster geöffnet, damit das ganze Quartier mit den kraftvollen Songs durchgerüttelt wird. Erdiger Gitarrenrock gepaart mit modernen Riffs, in lockerer Art und Weise präsentiert, die Bieler sind das Mittel gegen jede durchgestylte und durchgedachte Musik von heute. Klar, MDH machen simplen Powerrock, ohne den Schuss Pop von MARVIN und damit weniger radiotauglich. Ihr Sound, mit den wenigen Instrumenten, die die drei beherrschen, wirkt auf Platte auch etwas eingeschränkt, doch die Natur dieses knackigen Gemüses aus dem Seeland ist gesund gegen die Traurigkeit der Stunde und für eine Stunde Hochspannung im Konzertsaal reicht es allemal.

Album: «New Shores» (Napalm / Musikvertrieb)
www.moderndayheroes.ch
 
VIVIAN
Geschrieben von Markus Tofalo   
Friday, 03. April 2009
MIT POLIERTEM SOUND AUF INTERNATIONALEN WEGEN

vivian.jpg«Nordic Hotel» heisst das bereits fünfte Album der Luzerner. «Nordic», weil es unter anderem in Hamburg aufgenommen wurde. Topproduzent und Songwriter SANDI STRMLJAN hat VIVIAN etwas geglättet – radiotauglicher gemacht. Obwohl nun näher bei ihren Luzerner Kollegen DADA ANTE PORTAS bleiben VIVIAN aber immer noch deutlich härter.  STRMLJAN hat in seiner Vergangenheit schon mit den NO ANGELS, NATURAL und UDO LINDENBERG gearbeitet. Für den Mix ist MARC SCHETTLER verantwortlich. Seine Referenzen sind SLAYER, SPORTFREUNDE STILLER, CHRISTINA STÜRMER und FARIN URLAUB. An sein Soundbild erinnern auch gewisse VIVIAN-Passagen, z.B. im schnellen und satten «Better» oder «Rolling», das ältere Semester an den frühen TOM PETTY erinnert. Ja, Musik macht Spass! Und während andere fleissig klauen, covern VIVIAN eigene Songs aus ihrer Frühgeschichte. Fast acht Jahre nach Erscheinen von «The Only One» gibt es nun endlich eine Akustikversion, die von ihren Fans bereits seit Jahren gefordert wurde. Durch die gemeinsame Europatour mit STATUS QUO im vergangenen Jahr, entstand eine enge Freundschaft mit deren Frontmann FRANCIS ROSSI, der es sich nicht nehmen liess, auf «Wanna Go To Mars» mitzusingen. Dies alles sollte eigentlich klar machen, wohin es mit VIVIAN geht: Richtung Charts!

Album: «Nordic Hotel» (Fastball / Musikvertrieb)
www.vivianmusic.com
 
LADYHAWKE
Geschrieben von Michael Moser   
Friday, 03. April 2009
SIE LÄSST DIE '80IES WIEDER AUFLEBEN

Neuseeland liegt im Trend. LADYHAWKE ist der beste musikalische Beweis dafür. Wem THE TING TINGS, LILY ALLEN oder EMPIRE OF THE SUN gefällt, sollte sich unbedingt auch einmal LADYHAWKE
anhören.


ladyhawke.jpgEine junge Neuseeländerin namens PHILIPPA «PIP» BROWN mischt mit ihrer Band LADYHAWKE die Musikszene auf. Dabei setzt die 28-Jährige ganz auf den Sound der Achtziger. Der Weg zum Erfolg war keinesfalls unbeschwerlich. Wer glaubt, er gelang ihr über Nacht, irrt sich gewaltig. Ihre Kindheit war von vielen schwerwiegenden Krankheiten ge­prägt, welche sie beinahe das Leben kostete. Aufgrund des Asperger­syndroms fällt es ihr noch heute schwer, sozialen Kontakt zu knüpfen. PIP spielte in ihrer Jugend in diversen Bands, bis sie den Mut fasste, sich nach London abzusetzen, um ihr eigenes Projekt LADYHAWKE zu gründen. Den Namen lieh sie sich – ganz im Zeichen der Achtziger – aus dem Film «Ladyhawke», nach dem Charakter von MICHELLE PFEIFFER. Der NEW MUSICAL EXPRESS nominierte sie als «Best Solo Ar­tist». Das TREND MAGAZIN traf PIP BROWN vor ihrem Auftritt am «Génériq Festival» in Mulhouse.

TREND MAGAZIN: Woher kommt deine Ob­ses­sion für Videospiele? – PIP BROWN: Ich bin wirklich süchtig nach Games. Ich liebe die Tatsache daran, dass man in eine farbenfrohe Welt flüchten kann. Man kann für eine gewisse Zeit in eine parallele Realität abtauchen.
Ich habe gehört, dass dich abgrundtief vor dem Fliegen fürchtest. Wie lässt sich das
un­ter einen Hut bringen mit dem Künstler­dasein?
– Ich hasse es zu fliegen. Immer wenn wir abheben, stecke ich mir meine Finger in die Ohren, damit ich nichts mitbekomme. Mein Herz rast wie wild und meine Hände beginnen zu schwitzen. Manchmal nehme ich den einen oder anderen Drink zu mir, um mich zu beruhigen.
Du arbeitest bereits wieder an einem neuen Album. – Ja in der Tat, allerdings klingt alles ganz anders, als was ich bisher veröffentlicht habe. Im September sollte es fertiggestelltsein.
Mit wem würdest du gerne zusammenarbeiten? – Hm... gute Frage... Womöglich PEACHES, welche eine gute Freundin von mir ist.
Hast du mitbekommen, dass CHRISTINA AGUILERA mithilfe von LADYTRON deinen Song «My Delirium» für ihr neues Album ge­covert hat? – Das ist wohl das grösste Ge­­rücht, das es momentan gibt. Bis jetzt hat mich noch niemand kontaktiert. Es wäre auf alle Fälle sehr spannend, wenn dieses Cover zustande käme.
LILY ALLEN hat letzthin gesagt, dass man weibliche Stars unter 30 wie DUFFY, ADELE, AMY WINEHOUSE oder sie selber immer als Puppen mit starken Männern im Hinter­grund vermutet, bei Männern unter 30 wie PAOLO NUTINI oder JAMES MORRISON hingegen nicht. Was denkst du als beinahe 30-Jährige darüber? – Ich stimme ihr in diesem Punkt zu. Wenn ein Mann auf der Bühne singt, rechnet jeder damit, dass er die Songs selber ge­schrie­ben hat. Wenn eine Frau im selben Alter ein Konzert gibt, rechnet jeder damit, dass der Schlagzeuger die Songs geschrieben hat. Man kommt sich manchmal wie eine Puppe vor.
Du bist grundsätzlich eine sehr zurückhaltende Person. Wie ist es für dich auf der Bühne zu stehen vor Tausenden von Leuten? – Es fällt mir relativ schwer, auf der Bühne zu stehen. Ich vermeide es, in das Publikum zu schauen. Ausserdem betrinke ich mich oft vor den Gigs oder beruhige mich mit biologischen Beruhigungsmitteln. Manchmal fällt es mir leicht, ein Konzert zu spielen, manchmal eher schwer. Kommt ganz darauf an, wie viel ich vorher getrunken habe.
Würdest du immer noch im Rampenlicht stehen wollen, wenn dir alle Paparazzi hin­terher­laufen würden? – Niemals. Ich würde mich in einer Höhle im Wald verkriechen.
Im Song «Better Than Sunday» gibt es eine Zeile «better be young than wise». Wie wichtig ist es, als Künstler, ein Vorbild zu sein und Weisheiten zu vermitteln? – Die Zeile aus dem Song ist eher ironisch gemeint. Ich finde es sehr wichtig klug zu sein und ausserdem bin ich auch nicht mehr jung. Ich steuere geradewegs auf die 30er-Marke zu.


Album: «Back of the Van» (Island / Universal, vorerst nur online erhältlich)
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